Nach Bericht des ARD-Magazins Panorama

Kaufunger Neonazi im Zentrum von Combat 18? Hinweise auf Stanley R. als Schlüsselfigur

Kaufungen. Die Neonazi-Organisation „Combat 18“ hat laut einem ARD-Bericht wieder bundesweite Strukturen aufgebaut. Eine zentrale Rolle soll demnach der Kaufunger Neonazi Stanley R. spielen.

In dem Bericht des ARD-Magazins Panorama zitiert es aus einem internen Vermerk des hessischen Landeskriminalamtes (LKA), demzufolge der Verdacht besteht, bei R. handle es sich „um den Deutschland- wenn nicht sogar den Europa-Chef von Combat 18“.

Außerdem sollen auf R.s Girokonto bei der Kasseler Sparkasse zwischen den Jahren 2013 und 2017 regelmäßig Mitgliedsbeiträge für Combat 18 (C 18) eingezahlt worden sein. Als Beleg dient unter anderem ein Kontoauszug des 42-Jährigen aus dem Jahr 2017, den die antifaschistische Gruppe „Exif“ auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Darauf sind Einzahlungen verschiedener Personen in Höhe von 15 Euro zu sehen, darunter mutmaßlich auch von dem Homberger Neonazi Tobias V. Der Betrag entspricht dem in einem C 18-Deutschland Handbuch festgelegten Mitgliedsbeitrag. Die Gelder seien für Konzerte beziehungsweise als Notfallgeld wie „z. B. Inhaftierung eines Bruders“ zu nutzen, heißt es dort. Die bisher unbekannten Richtlinien sind ebenfalls auf der Internetseite von „Exif“ veröffentlicht.

R. und V. waren schon im September 2017 im Zusammenhang mit „Combat 18“ aufgefallen. Damals hatte die Polizei-Sondereinheit GSG9 die beiden gemeinsam mit zehn weiteren C 18-Mitgliedern mit Munition ertappt, die sie aus Tschechien nach Deutschland eingeführt hatten.

Die Bezeichnung „Combat 18“ steht für „Kampftruppe Adolf Hitler“ – die 18 weist auf den ersten und achten Buchstaben im Alphabet hin, also auf A und H. C 18 gilt als bewaffneter Arm des Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“ (Blut & Ehre). Anders als die Mutterorganisation ist C 18 aber nicht verboten. Die Gruppierung galt allerdings als zerschlagen.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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