Öffnungszeiten werden reduziert

Knebelverträge für Postfilialen in Kaufungen

Eingetrübt: Das Verhältnis von Post und Gemeinde Kaufungen ist angesichts der sich für Kaufungen verschlechternden Bedingungen angespannt. Trotzdem wurde ein neuer Vertrag geschlossen. Foto:  Ketteritzsch

Kaufungen. Die Kunden der von der Gemeinde betriebenen Postagenturen in Ober- und Niederkaufungen müssen sich auf reduzierte Öffnungszeiten ab Spätsommer 2016 einstellen.

Grund dafür sind neue Verträge zwischen der Deutschen Post AG und der Lossetalkommune, denen zufolge die Vergütungen des börsennotierten Staatsunternehmens für die Dienstleistungen der Agenturen in den Bereichen Post- und Finanzdienstleistungen deutlich sinken werden. Insgesamt rechnet die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Arnim Roß (SPD) mit Mindereinnahmen von 18.300 Euro pro Jahr. Laut Roß sind der Gemeinde weitergehende freiwillige Leistungen zugunsten der Post nicht erlaubt.

Um die Summe auszugleichen, werden daher die Öffnungszeiten der beiden Postagenturen reduziert und neu organisiert. An den Nachmittagen wird künftig im Wechsel zwischen den beiden Ortsteilen jeweils nur eine Dependance geöffnet sein. Ausnahme ist der Montagnachmittag, an dem laut Roß weiterhin beide Agenturen geöffnet sind. Für die übrigen Tage gilt: Dienstag- und Donnerstagnachmittag ist die Postagentur in Oberkaufungen für die Kunden da, Mittwoch- und Freitagnachmittag die Postagentur in Niederkaufungen.

Die Entscheidung der Gemeindevertreter für die Fortsetzung der Geschäftsbeziehungen mit der Deutschen Post AG fiel am Donnerstagabend zwar deutlich aus; gleichwohl machten die Abgeordneten jedweder Couleur keinen Hehl daraus, dass sie angesichts der sich für die Gemeinde verschlechternden Vertragsbedingungen Bauchschmerzen bei der Entscheidung hatten.

CDU und GLLK, die die Verträge ablehnten, übten indes harsche Kritik an der Post. Ihre Fraktionschefs warfen dem Konzern „Erpressung“ (Erwin Schmidt) und eine „Friss-oder-stirb-Strategie“ (Torsten Felstehausen) vor. SPD und Grüne, die Ja zu dem Vertrag sagten, verwiesen in Gestalt von Angelika Großberndt und Reinhold Orth darauf, dass die Postagenturen zur Stärkung der Ortskerne beitrügen.

Auch wenn die Gemeinde den neuen Vertrag abgelehnt hätte, wäre die Post in Kaufungen weiterhin präsent. In Kommunen mit mehr als 2000 Einwohnern ist sie verpflichtet, eine Poststelle vorzuhalten. Diese muss sie aber nicht selbst betreiben. In Helsa ist die Post (mit Postbank) in dem Edeka-Markt untergebracht - und montags bis samstags von morgens bis abends geöffnet.

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