"Salbe aus Wurzeln"

Kräuterfrau erklärt in Kaufungen, was bei Ihnen vor der Haustür wächst

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Nutzt, was die Natur bereit hält: Annette Zimmermann aus Grebenstein bietet in Kaufungen einen Kurs zum Thema „Salbe aus Wurzeln“ an. Hier zeigt sie eine Meerrettichpflanze, die sie nachher für einen Wickel benutzt. 

Viele kennen Meerrettich wahrscheinlich im Glas aus dem Supermarkt. Was mit der Wurzel und vielen anderen möglich ist, lernt man bei Kräuterfrau Annette Zimmermann in Kaufungen.

Dass die Pflanze vielerorts in unseren heimischen Gefilden wächst und nicht nur Geschmacksträger, sondern auch Heilwurzel ist, dürfte weniger bekannt sein. Wer über Meerrettich, aber auch über Beinwell, Echten Baldrian, Große Klette und andere Heilpflanzen mehr erfahren möchte, ist bei Kräuterfrau Annette Zimmermann genau richtig. Die Grebensteinerin öffnet am Samstag, 20. Oktober, die Pforten zu einer Kräuterwerkstatt im Kaufunger Mitmachhaus. Thema: „Salbe aus Wurzeln“. „Ich möchte den Teilnehmern näherbringen, was vor der Haustür wächst und was damit möglich ist“, erklärt die 52-Jährige. Eine Kostprobe haben wir uns von ihr geben lassen – mit Meerrettich.

Das geht am besten draußen in der Natur: Die Dächer Oberkaufungens sind noch zu sehen, da sagt Zimmermann bereits: „Hier wächst überall Meerrettich.“ Tatsächlich lassen sich an mehreren Stellen die Pflanzen mit dem länglichen Grün erkennen. „Wir suchen eine mit verrotteten Blättern.“ Warum das? „Weil die Energie der Blätter dann in die Wurzeln übergegangen ist. Sehen die Blätter noch gut aus, ist es zu früh.“ Als eine Pflanze mit schrumpeligen Blättern gefunden ist, macht sich die Kräuterfrau mit dem Spaten ans Werk. Schnell kommen die rund 20 Zentimeter langen Wurzeln zum Vorschein. Das welke Blattwerk hackt sie ab und schließt das Loch. „Meerrettich wirkt entschlackend, entgiftend und auch desinfizierend.“ Und sogar entspannend. Wie, wird sich noch zeigen.

Ortswechsel: Im Kaufunger Mitmachhaus wäscht sie die Wurzeln gründlich und schält bei einer die Rinde ab. Sie raspelt etwa einen Esslöffel voll. „Wir machen einen Wickel. Wie der wirkt, können Sie direkt ausprobieren.“

Frischer geht’s kaum: Zimmermann raspelt die Meerrettich-Wurzel. Ihr Kommentar: „Je feiner das Geraspelte, desto größer ist nachher das Heulen.“

Also ein Selbstversuch: Das Handtuch wird so gefaltet, dass an einer Stelle nur eine Lage Stoff über der geraspelten Wurzel liegt. Dann legt sie das Bündel auf den Nacken. Noch ist nichts zu spüren. „Gedulden Sie sich etwas“, sagt Zimmermann. Plötzlich geht’s los: Der Nacken fängt an, stark zu schmerzen, ähnlich wie durch Brennnesseln. Wärmegefühl und Schweißperlen auf der Stirn. „Durch den Wickel wird die Durchblutung angeregt. Das ist super gegen Verspannungen.“ Sie schmiert die Haut mit einer selbst gemachten Beinwelltinktur ein, die auch bei Sportverletzungen hilft. Das Brennen verflüchtigt sich. Zu ihrem Konzept sagt Zimmermann: „Ich sehe mich nicht als Heilerin, sondern als eine Art Verbindung zwischen Mensch und Natur.“

Mit ihren Kursbesuchern wird sie entsprechend Salben und Co. herstellen. „Das wird zum Beispiel eine durchblutungsfördernde Tinktur aus Meerrettich, eine Salbe aus Beinwell und vieles mehr.“ Dazu gibt’s Infos rund um die Wurzeln, vom Standort bis hin zu Rezepten, die mit nach Hause genommen werden können. „Dazu bekommen alle einen Imbiss.“

Die Kräuterwerkstatt findet am Samstag, 20. Oktober, von 10 bis 14 Uhr im Mitmachhaus Kaufungen, Schulstraße 33, statt. Kosten: 45 Euro. Anmeldungen und Infos unter Tel.: 01 73/5 34 34 43, E-Mail: az-kraeuterfrau@gmx.deZimmermann bietet auch Kräuterwanderungen mit Menü, Kräuterwerkstatt-Kurse sowie Feinkost-Präsentationen an.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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