„European Art Camp+“ in Nieste

Kunstcamp auf dem Sensenstein: Thema Flucht steht im Mittelpunkt

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Flucht in die Fantasie: Jennika Bastians Werk beschäftigt sich mit Märchen. Ihr Bild zeigt ein Spinnrad und eine Frau mit zwei Gesichtern.

Nieste/Kaufungen. Die Jugendburg Sensenstein bei Nieste ist derzeit nicht nur Sportbildungsstätte, sondern auch Treffpunkt und Begegnungsstätte für sechs internationale Künstler.

Noch bis zum 27. August findet dort das European Art Camp+ (EUARCA+) statt, ein internationales Kulturprojekt des Landkreises Kassel mit Teilnehmern aus den Kooperationsregionenen des Landkreises und Partnerkommunen der kreisangehörigen Städte und Gemeinden. „Während des European Art Camps+, das regelmäßig in den documenta-Jahren stattfindet, beschäftigen sich Künstler aus Frankreich, Italien, Rumänien und den USA kreativ mit einem gemeinsamen Thema“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn.

„On the run“ lautet diesmal das Motto, mit dem sich die Künstler während der zweiwöchigen Arbeitsphase auseinandersetzen. Das Thema sei, laut Kühlborn, in jedem möglichen Sinn zu verstehen, wie Flucht, Eskapismus oder die Hektik der modernen Gesellschaft. Während die Künstler Brenda Leigh Baker aus Madison (Wisconsin/USA), Delphine Ciavaldini aus Guéret (Region Nouvelle-Aquitaine/Frankreich) und Federico Guerri aus Cesena (Emilia-Romagna/Italien) ihre Kunstwerke – Holzskulpturen und Bilder auf Tonschiefer – im Hessischen Ziegeleimuseum in Oberkaufungen fertigstellen, nutzen Jennika Bastian aus Madison (Wisconsin/USA) und Marcel Lupse aus Bistrita (Rumänien) den Kreativraum auf dem Sensenstein.

Maler und Videokünstlerin: Marcel Lupse und Manon Simons beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema „On the run“.

Die Jugendburg eigne sich besonders gut für das Projekt, da die Künstler hier nicht nur arbeiten, sondern auch essen und übernachten könnten, so der Kreissprecher. „Ich beschäftige mich mit der Flucht in die Fantasie“, erklärt die 26-jährige Jennika Bastian. Sie thematisiere unter anderem die Märchen, weil die in der Region durch die Brüder Grimm so eine große Rolle spielen. Unter anderem zeigt ihr Gemälde eine Frau mit zwei Gesichtern sowie ein Spinnrad.

Die Künstlerin ist sich sicher, dass man die schlimmen Seiten seines Lebens durch Märchen besser bewältigen könne. Marcel Lupse (62) bringt malerisch eine rumänische Legende vom Eisenkraut auf die Leinwand und Videokünstlerin Manon Simons aus Guéret (Frankreich) macht in ihrem Film die Flucht nach vorn deutlich. Finanziert wird das Projekt EUARCA+ von der Kulturstiftung des Landkreises, der Kasseler Sparkasse sowie dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Eröffnung der zweiwöchigen Gemeinschaftsausstellung: 26. August, 18 Uhr, im Hessischen Ziegeleimuseum in Oberkaufungen.

Hintergrund: Parallelprojekt zur documenta

In diesem Jahr findet das „European Art Camp+“ zum fünften Mal statt. Seit 1997 initiiert der Landkreis Kassel – jeweils parallel zur Weltkunstausstellung documenta – das Kunstprojekt. Ziel ist der kulturelle Austausch zwischen dem Landkreis und den europäischen Partnerregionen, die – neben dem Landkreis – auch die Auswahl der teilnehmenden Künstler treffen. Seit 2012 nehmen auch Künstler aus der Partnerregion Dane Country in Wisconsin (USA) teil – aus diesem Grund das + hinter dem Namen „European Art Camp“. Die Kooperationsveranstaltung des Landkreises mit dem Kulturnetz Kassel wird durch die Förderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Kasseler Sparkasse und der Kulturstiftung des Landkreises ermöglicht.

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