Lärmschutzwand an der A7: 42 Millionen für weniger Krach

Der Abriss läuft: Mit einer hydraulischen Zange, die am Ausleger eines Baggers befestigt ist, rücken die Arbeiter des Bauunternehmens Rädlinger aus dem bayerischen Cham der Betonwand vor dem Lärmschutzwall zu Leibe. Am linken Bildrand ist die bereits fertiggestellte Lärmschutzwand auf der Ostseite der A  7 zu sehen. Foto: Ketteritzsch

An der Autobahn 7 bei Kassel wird jetzt eine neue Lärmschutzwand auf der Westseite gebaut. Sie soll die östlichen Kasseler Stadtteile vor dem Autolärm schützen.

Auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Süden, wo vor wenigen Tagen stündlich noch Tausende Autos unterwegs waren, ist jetzt schweres Gerät aufgefahren. Mit einem Bagger, an dessen Ausleger eine hydraulische Zange befestigt ist, wird die Betonwand vor dem alten Lärmschutzwall auf der Kasseler Seite der Autobahn 7 zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und der Lindenkopfbrücke abgerissen. Es ist der Auftakt zu einem Bauprojekt, das gleich in mehrfacher Hinsicht rekordverdächtig ist.

Die Ausmaße 

Bis zu 16 Meter wird die Wand hochgezogen, die die östlichen Kasseler Stadtteile Bettenhausen, Forstfeld und Waldau vor dem Verkehr auf der schon heute stark frequentierten Nord-Süd-Verbindung schützen soll. Dass der Lärmschutz zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte erneuert werden muss, hat seine Ursache in der neuen Funktion, den der Autobahnabschnitt in Zukunft haben wird.

Weil die A44 praktisch hinter der Bergshäuser Brücke endet und dereinst erst am Eingang des Lossetals bei Kaufungen-Paperfabrik weitergeführt wird, dient die A7 als Verbindungsstrecke zwischen beiden Autobahnen. Wie groß die Lärmschutzwände einmal werden, davon kann man sich bereits einen Eindruck auf der Ostseite der A7 machen.

Von einigen Restarbeiten abgesehen, ist die mit Herkules-Relief durchaus ansprechend gestaltete Lärmschutzwand fertig. Um die Standfestigkeit des Bauwerks zu gewährleisten, werden auch an der Ostseite Pfähle tief im Boden verankert.

Die Kosten 

Die Lärmschutzwände rechts und links der A7 verschlingen eine gigantische Summe. Nach den Berechnungen der Straßenbaubehörde Hessen Mobil werden sie 42 Millionen Euro kosten. Allein der am Montag begonnene Bauabschnitt in Höhe des Lindenbergs kostet rund neun Millionen Euro. Rechnet man die Kosten für den achtstreifigen Ausbau hinzu, summieren sich die Kosten laut Hessen- Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf 90 Millionen Euro.

Die Bauzeit 

Während es nach dem Abschluss der Bauarbeiten an der östlichen Lärmschutzwand eine mehrmonatige Baupause gab, müssen sich Autofahrer in dem Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte nunmehr auf eine mehrjährige Dauerbaustelle einrichten. Sinemus: „Bis 2021 / 2022 wird in diesem Abschnitt kontinuierlich gebaut.“

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