- Fragen und Antworten zur Maut

Lastwagen auf B7 bei Kaufungen jetzt kostenpflichtig

Mautpflichtig: Seit Juli muss für Lastwagen auf der Bundesstraße 7 zwischen Niederkaufungen und Kassel Maut entrichtet werden. Hessen Mobil ließ vergangene Woche entsprechende Schilder aufstellen. Dieses Maut-Schild steht an der B7 kurz hinter der Setzebachbrücke bei Niederkaufungen in Fahrtrichtung Kassel. Foto: Schindler

Kaufungen. Die Bundesstraße 7 ist seit 1. Juli im vierspurigen Abschnitt zwischen Kassel-Ost und der Abfahrt Niederkaufungen-Süd für Lkw mautpflichtig.

Seit 1. Oktober sind auch Lastwagen ab 7,5 Tonnen betroffen.

Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil hat Anfang Oktober Schilder aufgestellt, die auf die Mautpflicht hinweisen. Die Schilder stehen auf allen Zufahrten zu dem 3,1 Kilometer langen B 7-Abschnitt. Hier Fragen und Antworten zum Thema.

Maut-Kontrollbrücken, wie man sie von den Autobahnen kennt, gibt es an den Bundesstraßen nicht. Wie funktioniert das Maut-Bezahlsystem an der B7? 

Das Mautsystem in Deutschland basiert auf Echtzeitdaten durch Satellitenortung. In den meisten Lastwagen (880.000 Lkw, das sind 94 Prozent der Lastwagen) sind sogenannte On-Board-Units für die Mautabrechnung eingebaut, sie sind mit einem GPS-Empfänger zur Standortbestimmung ausgestattet. Das Gerät registriert automatisch, ob sich der Lkw auf einer mautpflichtigen Straße befindet. Aufgrund dieser Daten bekommt der Fahrzeughalter eine monatliche Abrechnung.

Wie werden Lkw abgerechnet, die mit keiner On-Board-Unit ausgestattet sind? 

Hier muss der Fahrer, bevor er auf eine mautpflichtige Straße fährt, im Internet oder an einem Terminal ein Ticket für seine Fahrtstrecke buchen.

Wo stehen denn die Terminals? 

Das nächste Terminal von Kaufungen aus befindet sich in Lohfelden (Total Tank und Wasch Park, Am Fieseler Werk 3b), weitere gibt es in Bettenhausen, an der A 7 und in Hessisch Lichtenau. Im Internet auf der Homepage von Toll Collect sind alle Terminals schnell zu finden.

Was passiert, wenn ein Lkw ohne Ticket fährt? 

Der Fahrer muss mit einem hohen Bußgeld von 200 Euro rechnen.

Wie wird kontrolliert? 

Auf den Autobahnen erledigen dies 300 automatische Kontrollbrücken. Außerdem gibt es mobile Kontrollen im fließenden Verkehr. Das Bundesamt für Güterverkehr kann auch die Bücher von Speditionen prüfen. Pro Jahr werden 20 Mio. Lastwagen kontrolliert.

Was kostet die Maut auf dem 3,1 Kilometer langen B 7-Abschnitt? 

Berechnungsgrundlage sind die Zahl der Achsen und die Schadstoffklasse. Ein Lkw mit zwei Achsen und der höchsten Schadstoffklasse Euro 6 zahlt bei 8,1 Cent/Kilometer für die Strecke 25 Cent; Bei einem Lkw mit fünf Achsen (Euro 5) werden 15,6 Cent/km fällig, das macht 48 Cent.

Dürfen auf der B 7 bei Kaufungen überhaupt schwere Lkw fahren? 

Nur begrenzt, denn der Regierungspräsident hat ein Fahrverbot für den Durchfahrtsverkehr von Lkw über 12 Tonnen erlassen. Ausnahmen gibt es für den Lieferverkehr und für ortsansässige Speditionen, die auf dem Weg zur Autobahn die B 7 nutzen müssen.

Ist jetzt verstärkt mit Mautflüchtlingen zu rechnen - also Lkw, die statt auf der B 7 durch die Orte fahren? 

Wohl kaum. Ein Spediteur im Gewerbegebiet Papierfabrik sagte, es gebe keine derartige Anweisung an die Fahrer. In der Branche sei es wichtiger, Zeit zu sparen als Maut zu sparen. Die Gemeinde Kaufungen will die Lage aber kritisch beobachten und Zählungen vornehmen, sagt Bürgermeister Arnim Roß (SPD). Notfalls werde man reagieren.

Infos: www.toll-collect.de

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