Bundesverdienstkreuz wird am Freitag verliehen

Lohfeldener Steinmetz bekommt Orden

Kaufungen/Lohfelden. Seine Liebe zum Beruf ist für immer in Stein gemeißelt. Denn Holger Rode hat sich bereits einen Stein für seine Grabstätte angefertigt.

Der 66-Jährige Steinmetz bekommt am Freitag das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen – für seinen Einsatz für das Handwerk und in der Kommunalpolitik.

Er habe zweimal gucken müssen, als er die Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor sich hatte, sagt der gebürtige Lohfeldener, der seit 2005 in Kaufungen lebt und dieses Jahr als Bürgermeister kandidierte. Als er 2005 den Ehrenbrief des Landes bekam, wurde ihm gesteckt, es könne sein, dass da noch etwas anderes kommt. Und siehe da: Am 26. September lag der Brief in seinem Kaufunger Briefkasten. „Da hab ich schon nicht mehr dran gedacht.“ Es sind die Vereins- und Verbandsarbeit sowie die kommunale Politik, in denen Rode aktiv war und zum Teil noch ist (Hintergrund). Sein Engagement liegt wohl vor allem in seiner Begeisterung für das Handwerk begründet.

Ruheforst auf Weg gebracht

Eine seiner großen Baustellen, die er als Landesinnungsmeister (2002 bis 2011) anging, war der Ruheforst. In Zusammenhang mit der Änderung des Bestattungsgesetzes 2007 hatte die damalige Landes-FDP gefordert, dass Bestattung überall möglich sein soll. Die Kommunen hätten ihre Zuständigkeit verloren und damit auch die Einnahmen. „Wir haben geschafft, die Friedwälder und den Ruheforst zu etablieren“ – als Möglichkeit der freien Bestattung, ohne den Kommunen die Zuständigkeit zu nehmen. „Da habe ich dann auch angefangen, unsere Betriebe dazu zu bringen, sich mal mit anderen Bestattungsformen zu befassen“, erzählt Rode. Mittlerweile gebe es auch auf den heimischen Friedhöfen Baumgräber und Wiesengräber – das eine oder andere Gespräch mit den Bürgermeistern habe da geholfen. „2015 haben wir in Lohfelden den ersten Memoriam-Garten eingerichtet“ berichtet er.

Auch bezüglich des Berufsbilds eines Steinmetzes habe sich einiges getan. Ging es zu seiner Lehrzeit in erster Linie darum, Grabmale zu gestalten, weiteten sich die Tätigkeiten mit der Zeit aus – auf Treppen, Fassaden oder Küchenarbeitsplatten. An vielen Berufsschulen fehle es da noch an entsprechender technischer Ausrüstung. Das Bundesverdienstkreuz bekommt Rode am Freitag im Lohfeldener Hotel Zur Post, etwa 100 Meter von seinem damaligen Betrieb entfernt. Das Rathaus sei ihm für die Verleihung „zu politisch“ gewesen. Wenn er auch in seinem Leben bereits viel mit Wiesbaden in Kontakt gestanden habe – „so viel wie in den letzten Wochen war es nicht.“

Hintergrund

Als 13-Jähriger trat er den Falken bei, wurde mit 16 Gruppenleiter. Seit 1972 wirkte er im FSK Lohfelden mit, als Jugendwart und Vorsitzender und gründete den Ortsjugendring Lohfelden mit. Ab 1993, dem Jahr seines Eintritts in die CDU, war er Gemeindevertreter in Lohfelden und seit 2006 ist er Beigeordneter in Kaufungen. Wie ein roter Faden zieht sich auch das Engagement für das Handwerk durch sein bisheriges Leben. Nach der Ausbildung zum Steinmetz in Kassel machte er 1973 seinen Meister und arbeitete fortan für den elterlichen Grabmal-Betrieb in Lohfelden, wurde 1986 dessen Geschäftsführer und Gesellschafter. 2012 verkaufte er den Betrieb an den Sohn eines Freundes. Die Begeisterung für das Handwerk brachte ihn dazu, sich der Innung anzuschließen – er fing als Obermeister der Steinmetz- und Bildhauerinnung Hessen-Nord an und steigerte sich über die Landesebene bis zum Delegierten auf Bundesebene. 2004 bis 2011 saß er auch im Aufsichtsrat der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen.

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