Melanie-Susanne Heinemann ist das Gesicht des Gemeindewerks Kaufungen

Lossestrom und Lossegas

Das Gesicht des Gemeindewerks Kaufungen: Melanie-Susanne Heinemann ist dessen Geschäftsführerin und beim Partner des Kaufunger Energieversorgers, den Städtischen Werken Kassel, angestellt. Bei den Kaufunger Knottenfressern und Bohnenbiedeln fühlt sich die Dahlheimerin schon ganz heimisch. Foto: Stier

Kaufungen. Am 15. Januar 2014 haben die Gemeinde Kaufungen und die Städtischen Werke Kassel das Gemeindewerk Kaufungen aus der Taufe gehoben, seit dem 2. Juni können die Kaufunger hier Strom und Gas beziehen.

Bis Ende September sind über 30 der rund 5000 Kaufunger Haushalte zum heimischen Versorger gewechselt. Da ist also noch viel Luft nach oben. Immerhin: Mit Melanie-Susanne Heinemann als Geschäftsführerin zeigt das Gemeindewerk jetzt auch ein ausgesprochen freundliches Gesicht. Die 45-Jährige hat an der Uni Kassel Wirtschaftswissenschaften studiert und lebt mit Mann und dem 14-jährigen Sohn im nahen Dahlheim, wo sie auch geboren wurde. Seit 1993 ist sie bei den Städtischen Werken Kassel beschäftigt und heute für Kommunale Kooperationen und Windkraft zuständig. Die Städtischen Werke liefern das „Lossegas“ und den ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammenden „Lossestrom“, der über das Gemeindewerk exklusiv für Kaufunger Haushalte vermarktet wird. „Unser Strom kommt von den norwegischen Wasserkraftwerken“, erläuterte Pressesprecher Ingo Pijanka.

Der Strom aus den eigenen erneuerbaren Quellen wie Wind, Biogas, Photovoltaik und Wasserkraft werde wegen der staatlichen Förderung nicht selbst vermarktet, sondern ins allgemeine Netz gespeist. Pijanka: „Wir produzieren inzwischen so viel erneuerbare Energie, dass wir rechnerisch 50 Prozent der Kasseler Haushalte versorgen.“

Das Gas wird von der Gas Union in Frankfurt bezogen, an der die Städtischen Werke mit 10,1 Prozent beteiligt sind.

Derzeit, so Geschäftsführerin Heinemann, werde das Vertriebssystem aufgebaut und die Übernahme des Kaufunger Leitungsnetzes mit der EAM verhandelt. Außerdem würden neue Strom- und Gasprodukte für Unternehmen erarbeitet.

„Geld bleibt in der Region“

Sicherlich, so Pijanka, seien die Städtischen Werke nicht die billigsten Anbieter auf dem Markt: „Wir sind keine Preisbrecher, aber immer im wettbewerbsfähigen Mittelfeld. Und das Geld unserer Kunden bleibt in der Region.“ Zudem könnten die Werke nicht pleite gehen, was bei anderen Billiganbietern schon zu empfindlichen Verlusten auf Kundenseite geführt habe.

Von Thomas Stier

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