Geräte in Ozeanriesen im Einsatz

Messprofi Sika aus Kaufungen: 1200 Instrumente auf Queen Mary im Einsatz

Josef Sitzmann

Die Produkte der Kaufunger Sika GmbH & Co KG sind hart im Nehmen. Sie messen Temperaturen, Drücke, Durchflüsse und Füllmengen – in Maschinenräumen von Ozeanriesen, Industrie-Anlagen, Heiz- und Kühlsystemen, in großen Gebäuden und in sensiblen Bereichen der Lebensmittelindustrie.

Ganz gleich, wo die Präzisionsinstrumente des Familienunternehmens eingesetzt werden – gemütlich ist es selten. Die Arbeitsumgebungen sind fast immer heiß – sehr heiß, bis zu 1300 Grad in bestimmten industriellen Anwendungsgebieten. Und oft machen auch noch starke Vibrationen, Kalkablagerungen oder aggressive Substanzen den klassischen Thermometern und elektronischen Sensoren, den Strömungsschaltern und Durchflusswächtern das Leben schwer.

Sika stellt große und unzählige kundenspezifische Miniserien sowie Einzelanlagen her. „Diese Variantenvielfalt, die starke Kundenorientierung und unsere weltweite Präsenz mit fünf Tochtergesellschaften in Europa, Asien und Nordamerika sowie 110 Handelsvertretungen sind unsere Stärken“, sagt Christian Siebert (61), der das mittelständische Unternehmen mit seinem Neffen Sebastian (41) führt. Dessen Vater Werner ist vor Jahren aus dem operativen Geschäft ausgeschieden.

Fast 330 Mitarbeiter weltweit, davon 297 am Firmensitz, entwickeln, konstruieren, fertigen mit einem ungewöhnlichen Handarbeitsanteil und vertreiben die Produkte. Der Markenname ist weltweit bekannt und steht ähnlich wie Tempo, Tesa und Cola für einen ganzen Produktbereich.

Klassische Maschinenthermometer werden noch heute im Schiffsbau eingesetzt. Prominenteste Großprojekte der Kaufunger Temperatur- und Durchflussprofis sind der Luxusliner „Queen Marry II“, auf dem 1200 Sika-Instrumente ihren Dienst versehen, sowie der Messeturm Frankfurt mit 400 Geräten aus Nordhessen.

In den vergangenen Jahren haben sich Technik, Anforderungen und Märkte stark verändert – von der mechanischen Messung über die Elektrik hin zur digitalisierten, rechnergesteuerten Elektronik. Dennoch tragen die Klassiker, die nach demselben Prinzip wie vor 100 Jahren und mehr arbeiten, noch immer 20 Prozent zum Umsatz bei.

Mit neuen Produkten wie etwa einem satellitengestützten System zur optimalen Ausbringung von Dünger und der weiteren Internationalisierung will Sika auch künftig wachsen. „In der Nische fühlen wir uns wohl“, sagt Sebastian Siebert. Der Erfolg gibt der Unternehmensleitung recht. 54 Prozent der Produktion geht in den Export. In diesem Jahr soll der Umsatz um etwa zehn Prozent auf 35 bis 36 Millionen Euro klettern. Zum Ertrag macht Sika keine konkreten Angaben. Christian Siebert spricht lediglich von einem „profitablen Bauchladen“. Für einen möglichen Neubau hat sich das Unternehmen eine große Fläche in unmittelbarer Nähe gesichert.

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