Mordfall Viehmann: Keine DNA-Spuren gefunden

Mordopfer Margrit Viehmann: Vor 51 Jahren wurde die 16-Jährige auf ihrem Heimweg nach Niederkaufungen ermordet.

Kaufungen/Kassel. Bei der Kasseler Kriminalpolizei hat man die Hoffnung nie aufgegeben, den oder die Mörder von Margrit Viehmann zu finden.

Auch nach über 50 Jahren nicht. Die 16-Jährige war am 23. Mai 1964 nach einem Besuch des Tanzlokals „Schillerklause“ in Oberkaufungen verschwunden. Fast zwei Jahre später fanden Waldarbeiter ihre skelettierte Leiche zwischen Nieste und Kleinalmerode. Kürzlich wurden der Zopf der getöteten jungen Frau, ihr Handschuh und die Kette von ihrer Handtasche beim Landeskriminalamt in Wiesbaden auf DNA-Spuren untersucht.

„Ich hatte auf Täter-DNA gehofft“, sagt Kriminalhauptkommissar Helmut Wetzel. Allerdings wurden die Hoffnungen des Leiters des Kommissariats 11 der Kasseler Kripo nicht erfüllt. Weder am Handschuh, an der Kette noch an dem Zopf, an dem die Haarwurzeln fehlten, seien serologische Spuren (zum Beispiel Blut, Sekret, Körpergewebe) gefunden worden, sagt Wetzel. Nur minimale Spuren, die nicht ausgereicht hätten, um ein DNA-Profil zu erstellen. Zopf und Kette hatte Wetzel in Umschlägen entdeckt, die mit den alten Ermittlungsakten viele Jahre beim Staatsarchiv in Marburg in Kisten aufbewahrt worden waren.

Auch wenn das LKA jetzt keine Spuren sichern konnte, will Wetzel die Gegenstände aufbewahren. „Wer weiß, welche Möglichkeiten es in ein paar Jahren gibt. Vielleicht kann irgendwann mein Nachfolger den Fall doch noch lösen.“

Diese Hoffnung haben auch die Geschwister von Margrit Viehmann bis heute nicht aufgegeben. Der 65-jährige Helmuth Viehmann aus Helsa war 14 Jahre alt, als seine Schwester verschwand. „Das waren damals schlimme Jahre, vor allen Dingen für unsere Eltern.“ Auch wenn die Untersuchungen beim LKA jetzt negativ verlaufen sind, gebe man nicht auf. Ob der oder die Täter allerdings noch zur Verantwortung gezogen werden können, daran hat auch Viehmann Zweifel. „Vielleicht sind die Schuldigen schon tot.“ Die Kasseler Polizei habe aber alles „Menschenmögliche“ unternommen, um den Täter zu überführen, sagt Viehmann.

So rollte Falk Kössinger, mittlerweile Erster Kriminalhauptkommissar im Ruhestand, 1974 den Mordfall wieder auf. Kössinger ging damals davon aus, dass Margrit zuerst Opfer eines Sexualverbrechens und später erwürgt oder erdrosselt wurde, weil sie die Täter hätte identifizieren können. Damals gab es auch Verdachtsmomente gegen bestimmte Personen aus Kaufungen. Aber zehn Jahre nach der Tat war es schwer, Alibis zu überprüfen.

Nachdem die HNA im Jahr 2007 erneut über den ungeklärten Mordfall berichtet hatte, meldeten sich zwölf Zeugen bei der Kripo. Der Erste Kriminalkommissar Fred Lenhoff, damals Leiter des K 11, sprach seinerzeit von „ernst zu nehmenden Hinweisen“, die abgearbeitet wurden, allerdings nicht zum Täter führten. Selbst im Mai vergangenen Jahres, 50 Jahre nach der Tat, meldete sich ein älterer Herr bei der Kripo, der eine Aussage zu dem Fall machte. Doch auch diese führte nicht auf die Spur des Täters.

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