Bei Friederike hat er gewackelt

Nach Anwohner-Protest: Baum auf IGS-Gelände in Kaufungen kommt weg

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Baum als gefährlicher Nachbar: Ursula Butterweck, Rosmarie Geuer, Norbert Wicke, Irmhild Wolf, Silvia Zicklan-Werner, Thomas Range und Norbert Wolf haben sich erfolgreich für die Fällung des Nadelriesen (im Hintergrund) eingesetzt. 

Kaufungen. Seit Jahren macht ein Baum auf dem Grundstück der IGS Kaufungen den Anwohnern Sorgen. 2015 haben sie sich das erste Mal an offizieller Stelle beschwert. Erst jetzt tut sich was. 

Herbert Wolf und andere Anwohner der Büchnerstraße in Oberkaufungen denken mit Schrecken an den Orkan Friederike zurück, der im Januar wütete. Wolfs Blicke richteten sich damals auf einen großen Nadelbaum am Rande des Grundstücks der Integrierten Gesamtschule (IGS), der weniger als einen Steinwurf entfernt von der Eigentumswohnanlage steht, in der der Rentner mit seiner Frau wohnt.

„Der Baum hat bis hinunter zum Stamm gewackelt. Das hat uns Angst gemacht“, sagt der Kaufunger. Nun, ein halbes Jahr später, hat der Landkreis als Eigentümer des Schulgrundstücks signalisiert, dass der Baum gefällt werden soll.

Doch der Weg zu dieser positiven Entscheidung war lang. Allzu lang, wie die Anwohner finden. Seit 2015 habe man auf die Gefahr dieses Baums hingewiesen. Ende Januar dieses Jahres hatte Wolf für die Bewohner der Häuser 16, 22 und 24 schließlich einen Brandbrief an den Landkreis geschrieben: Das Umfallen des „riesigen Baums“ sei programmiert und könne nicht nur auf den benachbarten Grundstücken erheblichen Schaden anrichten. Denn der Baum stehe unmittelbar neben einem viel genutzten Gehweg, der von Schülern und Passanten genutzt werde, die das Schulgebäude der IGS oder die Tram-Haltestelle erreichen wollen. Diese Fußgänger hätten auf dem engen Weg keinerlei Fluchtmöglichkeiten, wenn der Baum umstürzt. Wolf forderte den Kreis auf, den Baum umgehend zu fällen.

Im März habe ein Mitarbeiter des Kreises mitgeteilt, dass die Sache an die Untere Naturschutzbehörde weitergegeben worden sei. Trotz einer schriftlichen Erinnerung im April, habe er aber keine Antwort erhalten, klagt Wolf. Auch im Juni habe es keine Entscheidung über die Zukunft dieses Baums gegeben, obwohl sich sogar Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß eingeschaltet habe.

Daraufhin wandten sich die Anwohner mit ihrem Protest an die HNA. „Wir lieben Bäume, aber hier können Passanten in Gefahr geraten“, sagt Wolf. Auf die Anfrage der HNA hat der Landkreis nun reagiert: „Wir haben uns den Baum nochmals angeschaut und können die Bedenken der Nachbarn sehr gut nachvollziehen. Wir werden die Baumfällung baldmöglichst vornehmen“, teilte Pressesprecher Harald Kühlborn mit. Wegen eines Personalwechsels sei es zu einer Zeitverzögerung gekommen. Der Kreis habe den Baum allerdings regelmäßig überprüft. Dieser sei standfest und weise keine Schäden auf. Allerdings stehe er zu dicht an den Nachbargrundstücken und müsse deshalb weichen. An anderer Stelle des IGS-Grundstücks werde man einen Ersatz pflanzen, in gehörigem Abstand zu den Nachbarn.

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