Diskussion um Würdigung in Kaufungen

Ein Stadionname für Kaufungens Weltmeisterin Martina Müller?

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So könnte es aussehen: Die Umbenennung des Lossetalstadions in Martina-Müller-Stadion wäre eine Möglichkeit, die Ausnahmefußballerin aus Kaufungen zu ehren. In der Lossetalgemeinde wird inzwischen darüber diskutiert.

Kaufungen. Martina Müller war über viele Jahre das sportliche Aushängeschild der Gemeinde Kaufungen. Doch nach dem Karriereende der herausragenden Fußballspielerin im Mai dieses Jahres blieb es in Kaufungen ruhig.

Sie war über viele Jahre das sportliche Aushängeschild der Gemeinde Kaufungen: Martina Müller, die aus kleinen Anfängen an der Losse zu einer weltweit herausragenden Fußballspielerin wurde. Während ihre Erfolge - Weltmeisterin, Europameisterin, Triple-Gewinnerin mit dem VfL Wolfsburg - in der Lossetalgemeinde stets anerkannt und gewürdigt wurden, blieb es nach ihrem Karriereende im Mai dieses Jahres in Kaufungen ruhig.

Zumindest von offizieller Seite. Viele Kaufunger, darunter sportliche Weggefährten, fragen sich allerdings, ob es nicht angemessen wäre, die Laufbahn der heute 35-Jährigen nach deren Abschluss dauerhaft zu würdigen.

Kämpferisch: Martina Müller als 21-Jährige bei einem Länderspiel gegen England.

Ein Vorschlag wird dabei immer wieder erwähnt: die Umbenennung des Lossetalstadions in Oberkaufungen in Martina-Müller-Stadion. „Wenn wir einen männlichen Fußballweltmeister in Kaufungen hätten, wäre das Stadion längst nach ihm benannt worden“ - Sätze wie dieser sind dabei immer wieder zu hören.

Obwohl Martina Müller heute als Angestellte bei Volkswagen an ihrer letzten sportlichen Wirkungsstätte in Wolfsburg arbeitet, ist sie Kaufungen stets treu geblieben. In der 12 500-Einwohner-Gemeinde lebt ihre Familie, hier war sie als Kind und Jugendliche unterwegs, hier begann ihre Karriere als Fußballerin. Schon als Sechsjährige stürmte sie bei der damaligen SG Kaufungen, deren gute Stube das Lossetalstadion ist, berichtete ihr Vater Horst Müller gegenüber der HNA.

Ende 2012 wurde Martina Müller aus dem Nationalteam verabschiedet.

Zwei Jahre spielte sie in Kaufungen. Dann ging es zum FC Helsa und weiter zum FSC Lohfelden und zum TSV Jahn Calden, bis sie als 17-Jährige zum FSV Frankfurt wechselte. „Diese Jahre waren die Weichenstellung für Martina“, sagte Vater Müller. „Während ihrer Lehre stand sie um 4.30 Uhr auf, ging zur Arbeit, fuhr dann mit dem Zug nach Frankfurt zum Training. Erst gegen Mitternacht war sie wieder zu Hause.“ Trotz ihrer Erfolge sei Martina „immer auf dem Teppich geblieben“. Lieber helfe sie Schwächeren, als sich ständig in den Vordergrund zu spielen.

„Allein schon wegen dieses Charakterzugs hätte sie eine Würdigung verdient“, meint er.

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