Vogel hielt Oberkaufunger Familie in Atem

Nerviger Rabe findet neue Heimat auf Gnadenhof

Kaufungen. Der zahme Rabenvogel, der gut zwei Wochen lang eine Familie am Struthweg in Oberkaufungen und ihre Nachbarn in Atem gehalten hat, hat eine neue Heimat gefunden.

Am Montag brachte Madeleine Fernandez-Hütten  das zutrauliche Tier zu einem privaten Gnadenhof in Osthessen.

Eine Tierärztin hatte den Vogel untersucht, bei dem es sich ihrer Ansicht nach vermutlich um einen jungen Raben handelt, der in einem Käfig aufgezogen wurde. Darauf deute auch das etwas zerzauste Gefieder des Tieres und sein für in Gefangenschaft gehaltene Vögel typisches Verhalten hin. Auch dass er in Kaufungen ständig von wild lebenden Artgenossen attackiert wurde, spreche dafür.

Woher der Vogel stammt, ist weiter offen. Denkbar ist, dass er seinem Besitzer entflogen ist oder er absichtlich freigelassen wurde. Weil das Halten von Wildtieren im Grundsatz verboten ist, erscheint es auch verständlich, dass sich auf den HNA-Bericht vom Samstag niemand bei der Familie Hütten meldete und Besitzansprüche geltend machte.

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Allerdings schickte der Radiosender ffh einen Reporter vorbei, um über den zutraulichen, aber etwas nervigen Gast im Garten der Familie zu berichten. So sehr der verspielte Rabenvogel auch für Aufregung in der Straße sorgte, so sehr hat ihn Madeleine Fernandez-Hütten in den zwei Wochen auch ins Herz geschlossen: „Wenn ich auf einem Bauernhof wohnen würde, hätte ich ihn behalten. Der war ja total auf mich fixiert.“ Als er von der Besitzerin des Gnadenhofes übernommen wurde, seien sogar ein paar Tränen geflossen.

In Osthessen hat der Vogel inzwischen eine Voliere bezogen und schon Rinderhack und ein paar Spinnen gefressen. Ob er dort bleibt, ist ungewiss. Die Betreiberin des Hofes hat bereits Kontakt mit einem Vogelpark aufgenommen, wo er artgerecht gehalten werden könnte.

Von Thomas Stier

Video: Weitere Aufnahme des Vogels

Rubriklistenbild: © Foto: Stier

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