A44-Trasse könnte neue Baugebiete verhindern

Kaufungen. Kaufungen könnte sich nach 2020 am südlichen Rand ausdehnen. Die Entwicklung hängt aber vom Verlauf der A44-Trasse ab.

In ein paar Monaten werden unweit der Gesamtschule Kaufungen die Bagger anrücken: Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Neue Mitte Wirklichkeit werden kann. Das 35.000 Quadratmeter (fünf Fußballplätze) große Areal, das gemeindeeigene Flächen an der Theodor-Heuss-Straße sowie den heutigen Festplatz am Kreisel umfasst, bietet Platz für Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Doch lange wird es nicht dauern, bis das erste Neubaugebiet seit Jahren belegt sein wird. Spätestens 2020, davon geht man im Rathaus aus, wird dies der Fall sein. Um zu gewährleisten, dass es auch in der Zeit danach in Kaufungen Platz für Neubauten gibt, haben die Kommunalpolitiker seit 2011 mögliche weitere Bauflächen unter die Lupe genommen.

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Herauskristallisiert haben sich dabei mehrere Gebiete, die im jüngst vom Parlament verabschiedeten Siedlungsentwicklungskonzept ausgeführt sind. Danach könnte sich die Gemeinde vor allem an ihrem südlichen Rand ausdehnen, und zwar sowohl in Ober- als auch in Niederkaufungen. Insgesamt 242 000 Quadratmeter groß sind die Flächen, die nach 2020 möglicherweise bebaut werden. Dies entspricht ungefähr der Größe von 35 Fußballplätzen. Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Areale.

Oberkaufungen

• Pommernstraße (31 000 Quadratmeter)

• Auf der Wiebelsburg (56 000 Quadratmeter)

Niederkaufungen 

• Neuer Hof

• Setzebach, Am Rosengarten, Unter der Höhe (insgesamt 77 000 Quadratmeter).

Ob dort allerdings je ein Haus stehen wird, kann heute mit Sicherheit noch niemand sagen. Denn die Erschließung, das unterstrich Bürgermeister Arnim Roß (SPD) im HNA-Gespräch, ist abhängig vom künftigen Verlauf der Autobahn 44. Nur wenn die Autobahn, wie aktuell geplant, abgerückt von der Ortslage verwirklicht und die Bundesstraße 7 zurückgestuft wird, könnten die Flächen bebaut werden.

Würde die Autobahn näher am Ort geführt, könnte dort nur gebaut werden, wenn es massiven Lärmschutz gäbe, und zwar bis hin zu einer aktuell diskutierten Einhausung der A 44. Die Chancen, dass der Bund eine solche Einhausung bezahlt, bewertet man bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil allerdings als gering (die HNA berichtete).

Einige Hürden 

Verwaltungschef Roß beeilt sich dann auch zu betonen, dass noch nichts entschieden ist. Selbst wenn der Verlauf der A 44 eine Bebauung zulassen würde, gibt es weitere Hürden:

• Der Großteil der Flächen befindet sich im Privateigentum. Die Gemeinde müsste also über einen Kauf verhandeln.

• Im Regionalplan müssten die heute landwirtschaftlich genutzten Flächen als Wohnbauland ausgewiesen werden.

• Die Gemeindevertretung muss nach 2020 entscheiden, ob und inwieweit die favorisierten Flächen zu Bauland gemacht werden.

Für Roß, der von einer „moderaten Siedlungsentwicklung“ spricht, ist klar: Nicht alle Flächen müssen in voller Größe erschlossen werden.

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