„Einmal im Leben Porsche fahren“

Die Nordhessischen Oldtimerfreunde Kaufungen fahren mit ihren "Schätzchen" in die neue Saison

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Offenes Fahrvergnügen: Peter Boll lässt sich bei einer Ausfahrt den Wind um die Nase wehen.

Kaufungen. Peter Boll startet zum Saisonauftakt der Oldtimerfreunde Kaufungen am 1. Mai mit seinem Cabrio aus dem Jahr 1987

Kaufungen. Es ist ein frühsommerlicher Tag, ein Tag wie geschaffen für eine Cabrio-Fahrt. Peter Boll sitzt auf der Landstraße zwischen Oberkaufungen und dem Gut Windhausen hinter dem Steuer seines neuen „Schätzchens“, die Haare fliegen. Kein Windschott – wie in modernen Cabrios – gebietet dem Fahrtwind Einhalt.

Der bis zu 231 Pferdestärken leistende Sechszylinder-Boxer des Porsche 911, keine zwei Meter hinter Boll im Heck, läuft mit einem heiseren Surren überraschend leise. Der Wagen scheint wie auf Eisenbahnschienen zu rollen. Der makellose Lack glänzt in der Sonne. Ein leichter Druck aufs Gaspedal reicht, um einen in den schwarzen Ledersitz zu drücken. Nur bei ganz langsamer Fahrt bockt der Porsche ein bisschen. „Ist noch nicht richtig warmgelaufen“, erklärt Boll.

Das todschicke Cabrio ist der siebte Oldtimer und die jüngste Errungenschaft des gelernten Ingenieurs, der zugleich Vorsitzender der Nordhessischen Oldtimerfreunde Kaufungen ist. Am Dienstag, 1. Mai, wird er zur ersten Ausfahrt seines Vereins am Lohfeldener Rüssel nach Thüringen starten. Und im September kann das 31 Jahre alte Schätzchen bei der Fahrt zum Freundschaftstreffen in Kaufungens italienischer Partnerstadt Bertinoro so richtig zeigen, was noch in ihm steckt.

Eigentlich ist Boll ein Fan englischer Sportwagen-Oldtimer. Austin Healy, Triumph-Roadster verschiedener Jahrgänge und ein Jaguar. Boll hat schon an allen geschraubt und restauriert. Doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger, einem Jaguar („den habe ich als Schrott gekauft“), sei das Porsche Cabrio von Anfang an gut in Schuss gewesen, bis auf das beschädigte Verdeck und ein paar Beulen. Der Kaufunger hat ihn bei einem Hamburger Händler erstanden. Über Kaufpreise sprächen selbst die Oldtimerfreunde untereinander nicht, sagt Boll. Vier Monate Arbeit musste er dennoch investieren. Der Porsche sei ein USA-Import, viele Teile und die Lampen musste Boll austauschen, weil sie vor dem deutschen TÜV keine Gnade finden. Auch ein neues Verdeck und eine neue Lackierung gönnte der Kaufunger dem Sportwagen.

Ausfahrt der Nordhessischen Oldtimerfreunde Start am Lohfeldener Rüssel: Anmeldung erforderlich bis Samstag unter Tel. 01 71/6 34 29 37.

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