Anschlussstelle Kassel-Ost wird zum Autobahndreieck

Pläne für überbaute A44 bei Kaufungen abgelehnt

Kaufungen. Die seit Monaten diskutierte Überbauung der Autobahn 44 bei Oberkaufungen zum Zwecke des Lärmschutzes wird es nicht geben.

Das geht aus einem Schreiben von Hessens
Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) an die Mitglieder des Runden Tisches A 44 hervor, das der HNA vorliegt.

Tarek Al-Wazir

Wegen der zu erwartenden Zusatzkosten sehe das Bundesverkehrsministerium „keine aussichtsreiche Chance für eine Realisierung“, heißt es in dem Brief, mit dem der Minister noch vor seinem Besuch in Kaufungen am Freitag Klarheit schafft.

Wie berichtet, hatte sich Al-Wazir für eine Einhausung eingesetzt. Die Straßenbaubehörde Hessen Mobil hatte dem Bundesverkehrsministerium zwei Varianten samt Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Begutachtung vorgelegt: Die eine sah eine einen Kilometer lange Umbauung vor, die andere eine anderthalb Kilometer lange Einhausung.

Bereits Mitte September hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Al-Wazir in einem Brief seine ablehnende Haltung gegenüber einer A 44-Umbauung mitgeteilt. In dem Brief, der der HNA ebenfalls vorliegt, beziffert der Minister die durch eine Einhausung entstehenden Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung des Landes mit 33 Millionen Euro. „Eine aussichtsreiche Chance für die Realisierung der von der Gemeinde Kaufungen gewünschten Alternative (...) kann ich derzeit nicht erkennen“, schreibt Dobrindt. 

Zwar hatte sich Al-Wazir anschließend unter anderem noch einmal mit Dobrindts Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) getroffen. Das Bundesverkehrsministerium sei jedoch auch danach von seinem Standpunkt nicht abgerückt, teilt Al-Wazir den Mitgliedern des Runden Tisches mit.

Keine Aussagen trifft der Landesverkehrsminister in dem Brief zu weiteren Problemen im Zusammenhang mit der Planung der Autobahn zwischen Kassel und Helsa. Das weitere Vorgehen will Al-Wazir bei seinem Besuch am Freitag in Kaufungen besprechen.

Nach HNA-Informationen müssen sich die Kaufunger auf weitere Enttäuschungen gefasst machen. So soll es dem Vernehmen nach keine Möglichkeit gehen, bei Papierfabrik auf die Autobahn zu fahren beziehungsweise sie dort zu verlassen. Das Land hält offenbar an dem Umbau der Anschlussstelle Kassel-Ost zu einem Autobahndreieck fest. Angeblich gibt es auch schon einen Namen: Dreieck Lossetal.

Vom Tisch ist nach Informationen dieser Zeitung auch die von der Bürgerinitiative Pro A 44 geforderte Alternativtrasse, die vom Autobahndreieck Kassel- Süd zwischen Lohfelden-Vollmarshausen und Söhrewald-Wellerode hindurch nach Oberkaufungen führen sollte. Auch diese Variante sah im Bereich Oberkaufungen zwei Einhausungen vor.

In trockenen Tüchern ist dagegen offenbar der Erhalt der Bundesstraße 7 als Umleitungsstrecke bei Unfällen und Baustellen auf der Autobahn. Diese Lösung soll ein Verkehrschaos in Kaufungen und Helsa verhindern. Kommt sie, dann wird die Kreisstraße zwischen Oberkaufungen und Helsa zu einem Wirtschaftsweg zurückgebaut.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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