Baustelle ist wohl nicht der Grund

Rätselraten um rot gefärbte Losse - Was steckt dahinter?

Unheimlich: Am Wochenende war die Losse rot gefärbt. Das Foto entstand in der Nähe des Steinertsees in Kaufungen. Foto:  Ohm-Hansen/nh

Kaufungen/Helsa. Bei ihrem Spaziergang am Samstagvormittag unweit des Steinertsees traute HNA-Leserin Nicole Ohm-Hansen aus Kaufungen ihren Augen nicht: Das Wasser der Losse war nicht wie sonst zumeist klar, sondern rotbraun gefärbt.

„Keine Ahnung, wo diese rote Farbe herkommt“, sagte die Kaufungerin erstaunt und machte zum Beweis ein Foto. Nicht nur die Spaziergängerin, sondern auch die Behörden rätselten am Montag noch über das Phänomen. Die Vermutung, die rote Färbung könne durch Verunreinigungen von der Baustelle der A44 bei Eschenstruth zustande gekommen sein, wies Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, am Montag auf HNA-Anfrage zurück.

Die Baustelle werde überwacht, eine Verunreinigung der Losse sei am Wochenende nicht festgestellt worden.

Die Vermutung, die Bauarbeiten könnten für die Verunreinigung verantwortlich sein, geht auf ein Ereignis im Mai 2011 zurück. Beim Bohren eines Rohrs an der Bundesstraße 7, das künftig zur Entwässerung der Autobahn 44 dienen soll, war Bohrwasser in die Losse geflossen.

Die ungewöhnliche Färbung stammte von rotem Sandstein, der beim Bohren zermahlen wurde. Trotz des spektakulären Aussehens gaben die Behörden seinerzeit Entwarnung. Grenzwerte seien nicht überschritten worden, eine Gefahr für Mensch und Natur habe nicht bestanden. Beim Regierungspräsidium (RP) als zuständiger Umweltbehörde kann man sich vorstellen, dass die teils heftigen Regenfälle der vergangenen Tage Erde und Schlamm in die Losse geschwemmt haben. Aber auch dies sei nur eine Spekulation, sagte RP-Sprecher Michael Conrad auf Anfrage. Messungen wurden von der Behörde, der wir das Foto zur Verfügung stellten, nicht vorgenommen.

Conrad appelliert derweil die Anrainer, Veränderungen an der Losse und anderen Gewässern der Behörde sofort zu melden (Tel. 0561/106-0). 

Die Losse entspringt unweit von Hessisch Lichtenau. Nach 29 Kilometern mündet sie in die Fulda.

Von Peter Ketteritzsch

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