Weiteres Gutachten ist notwendig

Der Weg für die Rückkehr der Regiotram ins Lossetal ist frei

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Kommt die Regiotram zurück ins Lossetal?

Kaufungen/Helsa/Kassel. Eine Studie des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) ergab: Die Rückkehr der Regiotram ins Lossetal ist möglich, es sind aber technische Anpassungen nötig.

Kommt die Regiotram zurück ins Lossetal? Um diese Frage zu beantworten, hatte der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) eine Studie in Auftrag gegeben. Sie ergab jetzt, dass es grundsätzlich möglich ist, dass auf der 25 Kilometer langen Strecke wieder Regiotrams fahren.

NVV-Sprecherin Sabine Herms

Die technischen Voraussetzungen dafür müssen allerdings noch geschaffen werden, teilt NVV-Sprecherin Sabine Herms auf HNA-Anfrage mit. Bis Frühjahr 2018 sollen Gutachten zu den technischen Anpassungen vorliegen. Erst dann könne man eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die wiederum die Grundlage für Förderanträge sei. Zu der Höhe der Kosten könne man sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

Was muss passieren? Anders als die Straßenbahnen, die auf der Strecke derzeit verkehren, ist die Regiotram mit einem Zugsicherungssystem ausgestattet. „Es reduziert im Falle eines Fehlers des Lokführers die Geschwindigkeit der Bahn, um noch rechtzeitig zum Stehen zu kommen“, erklärt Herms. Bei der Untersuchung sei es deshalb darum gegangen, die Auswirkungen des Systems auf die bestehende Strecke zu prüfen. Zudem habe man untersucht, anhand welcher signaltechnischer Veränderungen man die Lossetalbahn mit Regiotram-Fahrzeugen beschleunigen könnte.

Im nächsten Schritt soll laut Herms nun noch getestet werden, wo welche Signale eingesetzt werden können – etwa Lichtsignale oder Vorsignaltafeln. „Die Systeme der Straßenbahnen und der Regiotrams dürfen sich nicht behindern“, erläutert Herms.

Lossetalbahn

Um die erzielte Geschwindigkeitserhöhung auf der Strecke zu erreichen, sei zudem die Schaffung einer zusätzlichen Weichenverbindung bei Niederkaufungen nötig sowie die Elektrifizierung des Umfahrungsgleises Kaufungen (Expressstrecke). Da es sich hier um eine Eisenbahnstrecke handelt, müsste diese mit Oberleitungen ausgestattet werden, damit die Regiotram dort fahren kann. Dies kann man laut NVV-Sprecherin Herms nur vermeiden, wenn man auf der Expressstrecke Fahrzeuge mit Dieselantrieb einsetzen würde. „Die sind allerdings alle im Netz verplant“, so die Sprecherin.

Ziel der Rückkehr der Regiotram ist eine Reduzierung der Fahrzeit. Denn mit dem Bau der Autobahn 44 fürchtet der Verkehrsverbund den Verlust von Fahrgästen. „Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, ist es (...) wichtig, auf der Strecke einerseits für Pünktlichkeit, andererseits für eine schnellere Verbindung zu sorgen“, so Herms.

Von Hessisch Lichtenau bis zum Kasseler Königsplatz braucht die Straßenbahn bislang 48 Minuten. Wie berichtet, hatten bisherige Untersuchungen ergeben, dass eine Beschleunigung von bis zu sieben Minuten möglich wäre.

Regiotram fuhr bis 2007 auf der Strecke 

Im Juli 2007 wurde der Regiotram-Betrieb nach nur eineinhalb Jahren eingestellt. Zuletzt fuhr montags bis freitags noch ein Morgenzug, der vor allem Berufspendler und Schüler von Hessisch Lichtenau nach Kassel brachte. Um die Fahrzeit zu verkürzen, wurden in Kaufungen mehrere Haltestellen ausgelassen. Ein eigens für rund 300.000 Euro ertüchtigtes Expressgleis der früheren Waldkappeler Bahn unweit des Steinertsees erlaubte es, an einem Teil des Ortes vorbeizufahren. Da die Expressstrecke nicht elektrifiziert ist, kamen im Lossetal Regiotramzüge mit Dieselhybridtechnik zum Einsatz. Seit ihrem Abzug sind die Gleise ungenutzt, im Lossetal verkehren nur noch die klassischen Straßenbahnen. 

Falls die Regiotram künftig wieder durch das Lossetal fahren soll, würde zwischen Oberkaufungen und Kassel das Tram-Angebot bestehen bleiben und zwischen Oberkaufungen und Hessisch Lichtenau würden Straßenbahnen zeitweise von Regiotram-Zügen ergänzt oder ersetzt. 

Mehr zum Thema gibt es hier im Regiowiki.

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