Das fast 1000 Jahre alte Gotteshaus ist bald fertig saniert

Sechs Millionen Euro verbaut: Stiftskirche in Kaufungen auf der Zielgeraden

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Arbeiten zurzeit täglich auf der Baustelle: Danny Herpe (links) und Dominic Graf aus Mühlhausen. Bald werden auf dem Boden der Kirche Sandsteinplatten verlegt. Zuvor war dort gefliest.

Kaufungen. Die Stiftskirche in Oberkaufungen soll zwar erst im Juni 2018 fertig saniert sein – doch Architekt Martin Burischek sieht das Projekt jetzt schon auf der Zielgeraden.

Er und die Mitarbeiter des Architekturbüros „Reith Wehner Storch“ aus Fulda sind seit 2005, also von Anfang an, mit dem Großprojekt betraut gewesen, das nun bereits über ein Jahrzehnt andauert.

Sieben Bauabschnitte, Umplanungen, Höhen, Tiefen und das Zittern um Fördergeld haben er und seine Mitarbeiter schon hinter sich. Was jetzt noch folgt, ist im Vergleich nicht mehr viel: „Wir sind jetzt im achten und letzten Bauabschnitt“, sagt Burischek. „Die sieben vorigen Abschnitte haben sich komplett um konstruktive Dinge gedreht.“ Das sei zum Beispiel die Sicherung des Mauerwerkes und des Turmes und die Reparatur der Dachkonstruktion gewesen. „Jetzt beschäftigen wir uns mit den Kircheninneren.“

Dazu gehören auch technische Arbeiten wie die Installation von Kabeln, Schaltern, Steckdosen und Licht. Außerdem werden Sandsteinplatten auf dem zuvor gefliesten Boden der Kirche verlegt und eine Fußbodenheizung eingebaut. „Die ursprüngliche Heizung ist von 1973 und war eben der damaligen Zeit entsprechend ausgestattet“, erklärt der Architekt. „Sie musste raus.“ Die neue Heizung werde nun basierend auf Raumklima-Daten der Kirche eingebaut. Die Daten wurden eineinhalb Jahre lang und mit Hilfe von 40 Messfühlern gemessen. „Das haben wir gemacht, um möglichst ausgeglichene Temperaturen in der Kirche zu erreichen.“ Das sei wichtig, da Schwankungen schlecht für die gesamte Ausstattung seien.

Wird seit vielen Jahren saniert: Die Stiftskirche in Oberkaufungen.

Außerdem geht es im neuen Jahr an die Bearbeitung der Innenraumschale. „Die Flächen werden gereinigt, eventuell nachgestrichen und Wandmalereien ergänzt.“ Das kostet etwa 150.000 Euro, wovon der Förderverein Stiftskirche die Hälfte selbst in Form von Spenden einnehmen muss. Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck steuert die andere Hälfte des Betrags bei.

Der zuletzt angekündigte Einweihungstermin bleibt der 17. Juni. „Danach werden noch Kleinigkeiten gemacht“, sagt Dekanin Carmen Jelinek. Dabei habe man dann aber keinen zeitlichen Druck mehr und könne die Dinge nach und nach angehen.

Wenn die Sanierung im Juni soweit abgeschlossen ist, sind etwa 6 Millionen Euro in die Stiftskirche geflossen. Das Geld kommt vom Bund, vom Land, der Landeskirche und dem Ritterschaftlichen Stift Kaufungen.

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