Straße soll anschließend erneuert werden

Sie suchen an der Kreisstraße 5 nahe Kaufungen nach Blindgängern

Niestetal/Kaufungen. Die Kreisstraße 5 zwischen dem Ortsausgang Niederkaufungen und dem Anschluss an die Kreisstraße 4 soll in diesem Jahr erneuert werden. 

Allerdings: Der drei Kilometer lange Abschnitt liegt in einem Gebiet, in dem im Zweiten Weltkrieg Bomben fielen. Um Gefahren beim Bau auszuschließen, wird die Straße derzeit genau untersucht. Noch bis Freitag übernehmen das zwei Experten mit speziellen Messsystemen.

Alexander Majunke

Das Gerät piepst in regelmäßigen Abständen, während es Eugen Hermes vor sich her schiebt. Mit dem elektromagnetischen Messsystem auf zwei Rollen schreitet er die gesamte Straße entlang, rollt so über jeden Zentimeter der Straßendecke. Dabei werden die Messdaten mit den GPS-Signalen verknüpft. Das zweite Gerät, das zum Einsatz kommt, ist ein geomagnetisches Sondierungssystem, das mittels fünf Sonden Abweichungen vom Erdmagnetfeld misst. „Wenn etwas im Boden liegt, krümmt sich dadurch das Erdmagnetfeld“, erklärt Räumstellenleiter Alexander Majunke von der Firma Lutomsky aus dem ostwestfälischen Warburg, die sich auf Kampfmittelbeseitigung spezialisiert hat. Mit dem Gerät wird nicht nur die Straße, sondern auch die angrenzende Bankette untersucht.

Schon in der Vorbereitung haben Hermes und Majunke Pläne studiert, beispielsweise von Energieversorgern. So wissen sie, wo Leitungen für Strom und Kanäle verlegt sind.

Die Messwertaufnahme ist allerdings nur der erste Teil der Arbeit. Eine Woche lang werden Majunke und Hermes am Ende Daten von rund 40 000 Quadratmetern Fläche gesammelt haben. Diese werden gesichert, aufbereitet und ausgewertet. Bis zu zwei Wochen kann das dauern. Dabei werden vorhandene Pläne mit den gemessenen Werten verglichen, aber auch Bilddokumentationen für den Auftraggeber Hessen Mobil erstellt.

Ob es sich bei den festgestellten Objekten tatsächlich um Kampfmittel handelt, wird im Zuge der Baumaßnahme dann durch die Öffnung der Straße festgestellt. 

Grundlage sind Fotos der Alliierten

Der rund drei Kilometer lange Straßenabschnitt der Kreisstraße 5 wurde vom Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen als Verdachtsfläche bewertet, da es sich um ein Bombenabwurfgebiet im Bereich von ehemaligen Flakstellungen handelt, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. „Die systematische Überprüfung einer solchen Fläche ist vor Beginn der geplanten Bauarbeiten und Baugrunduntersuchungen an den Grundstücksflächen auf jeden Fall notwendig, bevor man mit Baumaschinen arbeitet“. Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) Hessens, der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt ist, wertet Luftbilder der Alliierten aus, um festzustellen, wo Bombenabwurfstellen und Bombenkrater waren. Jeder kann beim KMRD gegen Gebühr eine Auskunft über ein Grundstück und eine mögliche Gefährdung einholen, beispielsweise vor Bauarbeiten. 

Rubriklistenbild: © Renner

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