Details liegen vor

So soll die A44-Trasse ab der Kunstmühle im Detail verlaufen

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Blick nach Westen in Richtung Kassel: Die Simulation zeigt die A44-Trasse, wie sie in Hanglage deutlich erhöht über der B7 in den Stiftswald hineingebaut werden soll. Schallschutzwände und Trogbauweise sorgen für Lärmschutz.

Kreis Kassel. Mit der Entscheidung des Bundes und des Landes, den A44-Abschnitt von Helsa nach Kassel nun durch das Lossetal zu bauen, besteht nun auch mehr Klarheit über einzelne Streckendetails.

Die HNA stellt den A44-Verlauf zwischen Helsa und Kassel in drei Abschnitten vor. Heute wird der Streckenteil zwischen der Kunstmühle nach Osten bis hin zum Tal des Setzebachs erläutert.

FLEDERMAUSTUNNEL:

Von Osten kommend gleich hinter der Kunstmühle soll eine Autobahnunterführung für Bechsteinfledermäuse gebaut werden. Dabei handelt es sich um einen schmalen Tunnel mit Wirtschaftsweg, der den Stiftswald mit dem Lossetal verbindet. Die Röhre soll den streng geschützten Tieren die störungsfreie Querung der Autobahn ermöglichen. Bekanntlich lebt in diesem Bereich des Stiftswaldes eine Kolonie von Bechsteinfledermäusen, die regelmäßig das Lossetal überfliegen, um die älteren Waldbestände auf der gegenüberliegenden Talseite rund um die DRK-Klinik als Jagdrevier aufzusuchen.

HANGTRASSE FÜR A44

Im weiteren Streckenverlauf wird die A44 in den Nordhang des Stiftswaldes gebaut. Die Trasse liegt dadurch deutlich höher als die Trasse der B7, die als auf zwei Spuren zurückgebaute Kreisstraße (Umleitungsstrecke) erhalten bleiben soll. Von der gegenüberliegenden Talseite aus (z.B. DRK-Klinik) dürfte die Autobahn gut zu sehen sein.

Blick nach Osten in Richtung Helsa: Links jenseits des Bildrands würde sich Oberkaufungen anschließen. In der Bildmitte ist die Dautenbach-Talbrücke zu sehen. Sie trägt auf beiden Seiten etwa vier Meter Hohe Schallschutzwände.

LÄRMSCHUTZ

Laut Angaben von Hessen Mobil kommt es zu keiner Verlärmung des Lossetals durch die A44 im Bereich von Oberkaufungen. Entweder ist der Siedlungsabstand so groß, dass Lärmschutz nicht erforderlich ist (Hessen Mobil: „Die Grenzwerte werden eingehalten.“), oder die Autobahn liegt derart erhöht am Hang des Stiftswaldes über den bebauten Bereichen Oberkaufungens, dass der Schall erst gar nicht in den Talkessel eindringt. Dort, wo die Wohnbebauung näher an die A44-Trasse heranreicht (auch im Bereich Niederkaufungen), und die Autobahn nicht ins Gelände bis zu zehn Meter tief „eingegraben“ werden kann (Trogtrasse), sind Lärmschutzwände mit einer Höhe von bis zu vier Metern oder Lärmschutzwälle (Erdwälle) mit einer Höhe bis zu elf Metern vorgesehen. 

TALBRÜCKEN

Zwei Talbrücken werden im Abschnitt zwischen Kunstmühle und der L 3203 (Landstraße von Niederkaufungen nach Lohfelden) gebaut – über den Dautenbach (97 Meter lang), und weiter westlich über den Setzebach (72 Meter lang). Beide Brücken werden mit vier Meter hohen Lärmschutzwänden ausgestattet.

Hintergrund: B7 von Helsa bis Kaufungen bleibt

Die B7 von Helsa bis Kaufungen bleibt komplett erhalten. Sie wird zur K7 herabgestuft und künftig als Umleitungsstrecke dienen, falls auf der A44 einmal Sperrungen notwendig sein sollten (Tunnelrevisionen, Unfälle). Doch auch die B7 wird baulich noch verändert und bei Helsa sogar noch etwas ins Lossetal hinein verschoben. Diese Arbeiten sollten, so Hessen Mobil-Planungsdezernent Ralf Struif, spätestens dann abgeschlossen sein, wenn der von Osten kommende A44-Teilabschnitt Hessisch Lichtenau/Helsa im Jahr 2020 fertiggestellt ist. „Die B7 muss dann schließlich den ganzen Autobahnverkehr aufnehmen können“. Baustellenampeln auf der B7 wegen des Baus des letzten A44-Teilstücks Helsa-Kassel seien dann definitiv nicht mehr vertretbar.

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