Im Zuge des A44-Baus im Lossetal

SPD demonstriert für Erhalt der A7-Anschlussstelle Kassel Ost

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Protest gegen Verlust der Anschlussstelle Ost: Mit Fahnen und Transparenten liefen etwa 100 Demonstranten – darunter zahlreiche SPD-Mandatsträger – vom Kasseler Stadtteil Forstfeld nach Kaufungen-Papierfabrik. Im Hintergrund ist die A7 zu sehen. 

Kaufungen. Die Anschlussstelle Kassel Ost soll auch nach der Fertigstellung der A44 im Lossetal bleiben. Dafür setzt sich die SPD ein.

Die SPD in Kreis und Stadt will den politischen Druck für einen Erhalt der Autobahn-Anschlussstelle Ost im Zuge des Baus der A44 im Lossetal erhöhen. Das kündigte ihr Landtagsabgeordneter und Bundestagskandidat Timon Gremmels sowie weitere Sozialdemokraten gestern während einer Kundgebung in Kaufungen-Papierfabrik an. Sie schloss sich an einen Protestmarsch vom Kasseler Stadtteil Forstfeld nach Kaufungen an, zu dem die SPD aufgerufen hatte.

Geschätzte 100 Teilnehmer - darunter augenscheinlich sehr viele Funktions- und Mandatsträger der Partei, protestierten gegen den Widerstand von Hessens Wirtschaftsminister Tarek al -Wazir, über den Erhalt des Anschlusses noch einmal zu verhandeln.

Der Verlust der Anschlussstelle Ost werde zu einer weiteren Überlastung der Dresdner Straße führen, auf der es bereits jetzt viele Staus gebe, sagte Gremmels. Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) bezeichnete den Verzicht auf die Anschlussstelle als „ökologischen und ökonomischen Unsinn“. Er behindere die Entwicklung des Gewerbegebiets in Kaufungen-Papierfabrik.

Mehr Lkw-Verkehr befürchtet

Die schweren Lkw würden künftig auf der alten B7 zur künftigen A 44-Anschlussstelle Kaufungen fahren, um von dort über die A44 wieder zurück auf die A7 zu gelangen. Der Hinweis der Landesregierung, der Anschluss Ost berge wegen einer Gefährdung des Ameisenbläulings zu viele naturschutzrechtliche Risiken, sei nicht stichhaltig. Schließlich sei diese Frage selbst unter Experten umstritten.

Anita Jäger

Unter den Teilnehmern der Kundgebung war Anita Jäger, die in Frankfurt wohnt und gerade ihre Mutter in Kaufungen besucht. Sie wolle, dass den Menschen in ihrer alten Heimat die vielen Staus erspart bleiben, die sie in Frankfurt täglich erleben müsse. Ein Lohfeldener Ehepaar befürchtet, dass der ganze Lkw-Verkehr aus Papierfabrik durch ihr Wohngebiet rollen wird.

Der CDU-Bundestagskandidat Dr. Norbert Wett und der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehohn kritisierten die Aktion in einer gemeinsamen Pressemitteilung scharf.

Die SPD gefährde den gesamten Bau der A44 im Lossetal. Dadurch drohten den Bürgern noch höhere Verkehrsbelastungen und immense Mehrkosten des Projekts.

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