Präsentation in der Königsalm

Baumhaushotel bei Oberkaufungen? Studenten stellten Pläne vor

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Wollten eine Idee in die Welt setzen: Die beiden Kaufunger Prof. Wolfgang Rettberg (links) und Michael Faßhold.

Kaufungen. Auf der Königsalm stellten Studierende des Kaufunger Architektur-Professors Wolfgang Rettberg am Donnerstag vor großem Publikum ihre Vorschläge für ein Baumhaushotel vor, das dem Kaufunger Unternehmer Michael Faßhold auf einem Waldgrundstück nahe dem Bergwerkmuseum Roßgang vorschwebt.

Ihren Bachelor haben die Studierenden der Hochschule für angewandete Wissenschaft und Kunst (HaWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen schon in der Tasche, die Baumhäuser sind Teil ihres Master-Studiengangs „Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen“.

Nach einem Besuch des 13.000 Quadratmeter großen Waldgrundstücks in Oberkaufungen bauten sie verschiedene Modelle, die eines gemeinsam haben: Sie befinden sich alle hoch über dem Boden, wo die Baumwipfel rauschen.

Rettberg und Faßhold kalkulieren etwa 40.000 Euro für ein Baumhaus, das mit Strom und fließend Wasser die Grundbedürfnisse naturnahen Wohnens abdeckt. Zu Beginn könnten zwei bis drei Häuser für je vier bis sechs Personen entstehen - vorausgesetzt planungstechnische, finanzielle und naturschutzrechtliche Hürden können überwunden werden.

Dabei, so der Architekturprofessor, sollten die Häuser nicht zwingend in den Baum gebaut werden. Sie könnten auch auf Stelzen stehen oder wie Vogelnester in den Wipfeln hängen. In jedem Fall böte die Perspektive von oben neue Erlebnisse: „In Höhe der Baumkronen fällt der Blick auf die Welt komplett anders aus.“ Rettberg hält den Standort für ideal: Auf der einen Seite das große Wandergebiet des Kaufunger Waldes, auf der anderen die 1000-jährige Geschichte Kaufungens, eingebettet in die zauberhafte Landschaft des nordhessischen Mittelgebirges.

So exotisch die Idee anmutet, Baumhaushotels werden in Deutschland schon erfolgreich betrieben, zum Beispiel das Baumhaushotel Solling im Uslarer Stadtteil Schönhagen  (Info: www.baumhaushotel-solling.de).

Faßhold und Rettberg wollten mit der Präsentation in der Königsalm nur „eine Idee in die Welt setzen“. Doch Faßhold, der schon dem alten Bahnhof von Oberkaufungen erfolgreich frisches Leben einhauchte, sieht durchaus Chancen, das Projekt zu verwirklichen.

Und auch Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß zeigte sich angetan: „Die Idee ist cool“, sagte er nach der Vorstellung der Baumhaus-Modelle. Roß regte die Bildung eines Runden Tisches unter Beteiligung der Fachbehörden wie Landkreis und Hessenforst an, wo die Idee konkretisiert werden könne.

In früheren Projekten hatten Studierende von Prof. Rettberg ein schwimmendes Café auf dem Steinertsee zur 1000-Jahr-Feier Kaufungens und den Bau eines Lebensmittelmarkts im Bürgerhaus vorgeschlagen. Beide Projekte wurden nicht umgesetzt. (hog)

Von Thomas Stier

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