Tim Batz aus Kaufungen hat mit 22 Jahren schon zwei Meistertitel

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In seinem Element: Tim Batz ist mit 22 Jahren bereits Meister im Zimmer- und im Dachdecker-Handwerk. Hier deckt er das von Vater Jochen Batz erstellte und an der Ernst-Abbe-Straße von Kaufungen im toskanischen Stil gebaute Haus mit stilechten Dachpfannen ein. 

Kaufungen. Viele junge Leute fangen mit 21 Jahren erst an, sich mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Tim Batz hatte da bereits zwei Meistertitel gesammelt.

Der heute 22-Jährige aus Kaufungen ist Meister im Zimmer- und im Dachdecker-Handwerk. 

Jochen Batz

Der geschickte Umgang mit Holz ist bei Tim Batz geradezu in den Genen verankert, denn er steht für die fünfte Generation im Kaufunger Holzbau-Unternehmen von Vater Jochen Batz (48), das seit über 100 Jahren Dachstühle zimmert.

Dass Tim hier anknüpfen wird, stand für ihn von Anfang an außer Frage, da mussten Jochen und Gabi Batz den Sohn nicht drängen: „Ich bin da rein geboren, das hat mich immer interessiert“, sagt er.

Nach der IGS in Kaufungen ging es zum Fachabitur auf die Arnold-Bode-Schule nach Kassel, von dort zur Lehre bei Holzbau Langhuth in Lohfelden.

Auf die dreijährige Walz zu gehen, in der sich Handwerks-Gesellen früher den Horizont erweiterten, kam für den heimatverbundenen Tim Batz nicht in Frage. Nach einem Jahr büffeln für die Meisterprüfung, bei der er virtuell am Computer ein komplettes Holzhaus plante, kam der Lohn der Mühe: Tim Batz wurde unter 50 neuen Meistern Jahrgangsbester an der Bundesfachschule im Zimmererhandwerk in Kassel. „Er hat sogar drei Punkte mehr geholt als ich“, freut sich Jochen Batz.

Weil es so gut lief, ging es ohne Pause weiter: Fünf Monate benötigte der zielstrebige Kaufunger in diesem Jahr für den Dachdecker-Meister – diesmal mit dem drittbesten Ergebnis.

Letzter Schliff für den Bau

Heute arbeitet er noch im Dachdecker-Betrieb Wegener in Kassel, wo er sich den letzten Schliff für den Bau von Flachdächern holt. Aber vermutlich schon zum nächsten Osterfest wird er in den väterlichen Betrieb einsteigen.

Dort erwirtschaften sechs Mitarbeiter und zwei Auszubildende über eine Million Euro Umsatz im Jahr.

Mit Tim soll der modern aufgestellte Handwerksbetrieb an der Oberkaufunger Teichstraße noch einmal Fahrt aufnehmen. Schon heute werden komplette Häuser in Holzständerbauweise errichtet, künftig soll neben dem klassischen Dachstuhlbau der Dachdecker-Bereich ausgebaut werden. Kann sein, dass dann mehr Personal nötig wird. Zwölf Mitarbeiter könnten sich Vater und Sohn schon vorstellen.

Immerhin sind Jochen Batz und seine Frau Gabi, die den kaufmännischen Part im Familienunternehmen ausfüllt, eine Sorge los, die viele Betriebe im Zimmerhandwerk drückt: Die Nachfolge ist mit Tim gesichert.

Der lässt es nach all der Plackerei für die beiden Meistertitel erst mal etwas ruhiger angehen und macht das, was viele jungen Männer in seinem Alter tun: Er spielt Fußball in der zweiten SV 07-Mannschaft und chillt mit Freunden.

Über 100 Jahre Holzbau Batz

Der Kaufunger Traditions-Handwerksbetrieb Holzbau Batz ist über 100 Jahre alt. 1916 hatte Philipp Batz den Betrieb von seinem Onkel übernommen und bis zu seinem Tode 1925 geführt. Seine Frau Elise überbrückte die Zeit bis 1933, bis Sohn Anton mit 27 übernehmen konnte. 1950 baute Anton Batz das heutige Werkstattgebäude an der Teichstraße, Sohn Wilhelm legt mit 21 im Jahr 1959 die Meisterprüfung ab und schlüpfte 1970 in die Chefrolle.

1990 gründeten Wilhelm und Irene Batz mit Sohn Jochen die heutige Holzbau Batz GmbH.

1991 legte Jochen Batz seine Meisterprüfung im Zimmererhandwerk ab, ein Jahr später qualifizierte er sich zum Restaurator weiter. Seit 2003 führt er den Betrieb, der zwei Jahre zuvor um das große Bürogebäude erweitert worden war. Heute beschäftigt die Handwerker-Familie zwei Zimmermeister, drei Zimmergesellen, zwei Schreiner und einen Auszubildenden. Und mit Tim Batz steht der künftige Chef schon in den Startlöchern.

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