Ampel ist keine Option

Trotz Unfall: Verkehrssituation am Niederkaufunger Handelshof gilt als sicher

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Viel Verkehr, aber wenig Unfälle: Die Einmündung der Straße Im Feldhof auf die Leipziger Straße in Niederkaufungen gilt als problematisch, eine Verbesserung ist aber kaum möglich. Den Unfall, bei dem ein 13-Jähriger verletzt wurde, sieht man im Rathaus als bedauerlichen Einzelfall.

Kaufungen. Der Unfall am Niederkaufunger Handelshof, bei dem kürzlich ein 13-jähriger Junge beim Überqueren der Leipziger Straße von einem Pkw erfasst und schwer verletzt wurde, hat erneut den Fokus auf diesen stark vom Verkehr belasteten Bereich gelenkt.

Bürgermeister Arnim Roß (SPD) bedauerte gegenüber der HNA die Verletzungen des Jungen, die aber wohl eher dessen Unachtsamkeit als einer generellen Verkehrsgefährdung geschuldet seien.

Seit 2009 hatte die Gemeinde versucht, im Einmündungsbereich der Straße Im Feldhof auf die Leipziger Straße für mehr Sicherheit und Übersichtlichkeit zu sorgen. Dort ballt sich der Verkehr zu Rewe und Aldi und dem Kindergarten. Doch sowohl Planungen zum Bau eines Kreisels als auch die Schaffung von eigenen Abbiegespuren waren gescheitert, weil Grundstückseigentümer nichts von ihren Flächen abgeben wollten.

Eine eigene Linksabbiegespur zu den Märkten auf der Leipziger Straße wäre möglich und würde den Verlust von fünf Bäumen, einer Grünfläche und zweier Parkstellen bedeuten. Der Linksabbieger allein aber würde keine Verbesserung bringen und im Gegenteil die Fahrgeschwindigkeit auf der Spur Richtung Kassel erhöhen, sagte Roß. Hessen Mobil hatte im Auftrag der Gemeinde geprüft, ob eine Ampelregelung für mehr Sicherheit sorgen könnte, erinnerte der Bürgermeister. Allerdings wären lange Rückstaus die Folge gewesen. Zudem, so Ordnungsamtschef Burkhard Wassel, reichten die Verkehrszahlen nicht für eine Ampelanlage aus. Dazu wären 50 bis 100 Fußgänger und 750 Fahrzeuge pro Stunde nötig.

2011 hatte die Gemeinde im Einmündungsbereich der Straße Im Feldhof zwei Parkplätze weggenommen und dadurch die Übersichtlichkeit verbessert. Auch die Gewerbetreibenden seien mit der jetzigen Situation zufrieden. Roß: „Dort rollt ja der Verkehr ohnehin eher langsam, einen Unfallschwerpunkt haben wir auch nicht.“ Oft gebe es im ganzen Jahr keinen Unfall. Hauptamtsleiter Carsten Marth: „Auf dem Aldi-Parkplatz gibt es mehr Blechschäden beim Ein- und Ausparken.“ Auch Polizeisprecher Torsten Werner schätzt die Verkehrssituation am Handelshof als völlig unproblematisch ein: „Wenn es da überhaupt kracht, dann meist nur beim Rangieren. Der Unfall mit dem Jungen war eine Superausnahme und hat mit dem Ort überhaupt nichts zu tun.“ Die Polizei sieht dort also ebenso wie der Bürgermeister keinen Handlungsbedarf. Der Polizeisprecher: „Da findet halt das ganz normale Leben statt und dabei kommt es ab und an auch mal zu einem Unfall.“ (tom)

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