Urnen unter Bäumen voll im Trend: Ruh-Wald bald in Staufenberg

Staufenberg / Kaufungen. Im Großraum Kassel wird es möglicherweise schon bald ein weiteres Waldgelände geben, in dem Urnen naturnah unter Bäumen bestattet werden können - und zwar in Staufenberg.

Die Firma Ruh-Wald aus Hameln will gemeinsam mit der Forstgenossenschaft Benterode eine Waldbegräbnisstätte zwischen Benterode und Sichelnstein verwirklichen. Der Gemeinderat von Staufenberg hat jetzt grünes Licht für das Projekt gegeben. Die Abgeordneten haben in einem ersten Schritt das notwendige Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans für das rund zehn Hektar große, südlich von Sichelnstein gelegenene Waldstück eingeleitet, das die Forstgenossenschaft für 99 Jahre an die Firma verpachten will. Jetzt haben die Bürger Gelegenheit, zu den Plänen Stellung zu nehmen, die im Rathaus in Landwehrhagen ausliegen. Anschließend wird sich der Rat erneut mit dem Projekt befassen.

Die Firma Ruh-Wald reagiert mit ihren Plänen auf die weiterhin große Nachfrage nach Waldbestattungen. Einen ersten Anlauf für einen Ruh-Wald in der Region hatte das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr gemacht. Im Wald bei Escherode und Nieste wollten die Hamelner eine Begräbnisstätte einrichten. Die Pläne für die Anlage in der Nähe des Waldspielplatzes Pfaffenstrauch scheiterten jedoch am Widerstand der Bevölkerung, vor allem in Escherode. Unterdessen laufen in Kaufungen die Vorbereitungen für eine Erweiterung des Ruheforsts im Stiftswald. Eigentlich sollte die Vergrößerung des Areals südlich der Ziegelhütte rechtlich längst in trockenen Tüchern sein. Bereits im Januar 2014 hatte das Kaufunger Gemeindeparlament Ja zu dem Vorhaben des Ritterschaftlichen Stifts gesagt, den sogenannten Ruheforst um vier auf knapp 13 Hektar zu erweitern. Auch öffentlich ausgelegt waren die Pläne schon. Doch dann funkte das Regierungspräsidium Kassel dazwischen und monierte einen fehlenden Umweltbericht.

Nachdem dieser nun vorliegt, wird das Verfahren nach Auskunft von Bauamtsleiter Jürgen Christmann neu gestartet, und zwar in der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwoch, 19. November (19 Uhr, Bürgerhaus Oberkaufungen). Mit Überraschungen ist dabei kaum zu rechnen: Das erste Votum im Januar fiel einstimmig aus. Mit einer endgültigen Entscheidung des Parlaments ist laut Christmann frühestens im Februar 2015 zu rechnen. Beim Ritterschaftlichen Stift braucht man die Flächen aktuell noch nicht, sagte der für die Vermarktung zuständige Förster Carl Hellmold auf HNA-Anfrage. Man wolle aber angesichts der anhaltend großen Nachfrage gerüstet sein und den Ruheforst Stück für Stück erweitern können. Bislang wurden laut Hellmold 610 Urnen im Stiftswald bestattet.

Weitere Waldbegräbnisstätten gibt es im Reinhardswald (Friedwald) und bei Espenau (Waldruhe Schäferberg).

Von Peter Ketteritzsch und Ekkehard Maass 

Informationen:

www.ruheforst-kaufungen.de

www.ruh-wald.de

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