Südliche Söhretrasse als Alternative

Vorschlag: Verschiebung des A 7-Dreiecks Kassel-Süd und Ausbau zum Kreuz

Kaufungen. Die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) schöpft neue Hoffnung in puncto A 44-Planung: „Mit dem Versprechen des Ministers zur offenen Diskussion besteht jetzt wieder eine ernsthafte Chance, positiv Einfluss auf das Projekt zu nehmen“, meint KWG-Vorsitzender Klaus Höfgen.

Die von der KWG favorisierte Strecke führt nicht durchs Lossetal, sondern durch die Söhre, allerdings südlicher als bei bisherigen Planungen.

Die Autobahn würde südlich von St. Ottilien und zwischen Wellerode und Wattenbach hindurch zur A 7 führen. Dort, einige Kilometer südlicher als jetzt, würde das neue Autobahnkreuz Kassel-Süd liegen, in das die A 44 aus Dortmund münden würde.

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Hintergrund ist die Diskussion um Abriss und Neubau der Bergshäuser A 44-Brücke über die Fulda. Um die Anwohner von Lärm zu entlasten, werden zurzeit Varianten untersucht, die einen Neubau der Brücke weiter südlich als heute vorsehen.

Für eine vernünftige Gesamtlösung müssten die A 44-Planungen westlich und östlich der A 7 vereinigt werden, sagte Höfgen der HNA. Die Söhretrasse müsse nicht als offene Straße, sondern könne auch im Tunnel geführt werden. Mit der südlichen Söhretrasse würden fast alle in der Kritik stehenden Schwächen der aktuellen Planung durch das untere Lossetal ausgemerzt, meint Höfgen, insbesondere die Führung des A 44-Verkehrs über die A 7. Außerdem bleibe der Anschluss des Kasseler Ostens in Papierfabrik mit dieser Lösung erhalten, was den ansässigen Unternehmen und damit auch den Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde Kaufungen zugutekomme.

Einen weiteren gravierenden Schwachpunkt der geplanten Lossetal-Linie sieht Höfgen darin, dass bei einem Stau auf der A 44 der Umleitungsverkehr durch die Lossetalgemeinden und die östlichen Stadtteile Kassels geleitet werden müsste. Die Wählergemeinschaft hält die A 44 insgesamt für überflüssig. Bei den Planungen der A 44 Anfang der 1990er-Jahre sei man von 60.000 Fahrzeugen täglich ausgegangen, heute lägen die Zahlen bei 14.000. Einen Rückbau der bisher gebauten Teile der A 44 hält auch Höfgen für unsinnig. Diese könne man jedoch als Ortsumgehungen nutzen. (hog/mkx)

HINTERGRUND: Entscheidung im Frühjahr

Der vom Land Hessen erarbeitete A 44-Trassenvorschlag durchs untere Lossetal liegt zur Prüfung beim Bundesrechnungshof. In diesem Frühjahr will der seine Stellungnahme abgeben, dann entscheidet das Bundesverkehrsministerium über die Pläne. Im Anschluss wird der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) das Planfeststellungsverfahren in Gang setzen. Gegen den Planfeststellungsbeschluss kann geklagt werden. (hog)

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