Wettbewerb findet vom 18. bis zum 22. Juni in Montreal statt

Vier Kaufunger Schüler tüfteln für die Robo-WM in Kanada

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Erst Deutsche Meister und Vizemeister, jetzt WM-Teilnehmer: Die Kaufunger Simon Birk (17, von links) und Jakob Alber (18) als Team „Hier könnte Ihre Werbung stehen“ und Charlotte Hüfken (16) und Lyn Alber (16), Team „Geisterfahrer“, mit ihren Pokalen von der Deutschen Meisterschaft. 

Kaufungen. Vier Kaufunger Schüler haben sich für die Robo-WM vom 18. bis 22. Juni in Kanada qualifiziert. Nun sind sie auf der Suche nach Sponsoren für die Reisekosten. 

Sie können es kaum glauben: Eben haben sie Platz eins und zwei bei den Deutschen Meisterschaften belegt, jetzt fahren sie zur WM: Die Rede ist von Simon Birk (17), Jakob Alber (18), Charlotte Hüfken (16) und Lyn Alber (16) aus Kaufungen, die leidenschaftlich gern Roboter bauen und programmieren und mit ihren komplexen Maschinen bei den Deutschen Meisterschaften (RoboCup German Open 2018) Ende April in Magdeburg ganz oben auf dem Treppchen standen.

In der Disziplin Rescue Maze – ein Labyrinth mit Hindernissen, dass die Roboter geschickt durchfahren und dort kleine Teile finden und aufnehmen müssen (Hintergrund) – sind sie jetzt für die WM qualifiziert, die vom 18. bis 22. Juni in Montreal, Kanada, stattfindet. Jetzt wo sie ihre Reisepässe beantragt haben, gibt es (fast) nur noch eins: Jede freie Minute zu nutzen, um in mühsamer Handarbeit an ihren kleinen Robotern zu tüfteln und die letzten Schwächen auszubügeln. Charlotte und Lyn, Deutsche Vizemeister als Team „Geisterfahrer“, sind mit der Hinderniserkennung ihres Robos unzufrieden: „Wir wollen die Sensoren etwas verschieben und hoffen, dass er dadurch besser erkennt, wie weit er noch von einer Wand entfernt ist“, erklärt Charlotte Hüfken, während sie das kleine Fahrzeug mit Holzaufbau in der Hand hält. „Durch den Holzrahmen lässt sich das Fahrzeug leichter umbauen“, ergänzt Lyn Alber. Schnell sei ein neues Teil zugesägt. „Das geht leichter als bei unserem. Der stammt zu größeren Teilen aus dem 3-D-Drucker“, sagt Simon Birk. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Jakob Alber – sie nennen sich „Hier könnte Ihre Werbung stehen“ und sind amtierende Deutsche Meister – hat er den etwa 1,5 Kilogramm schweren Boliden mit einem Grafikprogramm detailgetreu entworfen, mit dem Drucker ausgedruckt und Stück für Stück zusammengebaut. Entwickeln, drucken, verkabeln, löten, programmieren und vieles mehr: „Das hat etwa 130 Stunden bei diesem Modell gedauert“, schätzt Jakob Alber.

Mit privatem Engagement

Klar, dass sich die Vier für ihre Tüfteleien nicht nur in der Robotik-AG der IGS Kaufungen treffen, die jeden dritten Samstag im Technik-Raum der Schule stattfindet. „Das geht nicht ohne privates Engagement“, sagt Andreas Scheel, der die AG leitet. Der 56 Jahre alte Kaufunger, der freiberuflich Schulen dabei berät, wie sie Robotik-AGs aufbauen und diese auch betreut und Workshops dazu leitet, wird die Schüler nach Kanada begleiten. „Wir sind ständig über Whatsapp in Kontakt und wenn’s mal brennt, mache ich auch Hausbesuche“, sagt er. Diese Phase könnte bald erreicht sein, denn: „Die letzten drei Wochen vor dem Wettkampf werden wir in der Werkstatt schlafen“, sagt Jakob Alber und meint damit einen Raum mit Werkzeug und Laptops in der Kommune Niederkaufungen, den sie nutzen. Trotz des Engagements gilt aber: „Dabei sein ist alles“, sagt Charlotte. Eine Hürde müssen sie allerdings noch nehmen, bevor sie in den Flieger nach Montreal steigen können. Sie brauchen Sponsoren für die Reise. Informationen dazu gibt Andreas Scheel: andreas.scheel.igs@web.de

Spenden können auf ein Bankkonto der IGS Kaufungen überwiesen werden. IBAN: DE34 5205 0353 0224 0038 54. Der Verwendungszweck lautet: „RoboCup Weltmeisterschaft“.

Schüler, die sich für die Robotik-AG interessieren, können sich hier anmelden: robocup@uni-kassel.de 

Hintergrund: Der Wettbewerb in Montreal 

Die RoboCup-Initiative wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, bis 2050 Roboter entwickelt zu haben, die bei der Fußball-WM ein menschliches Team schlagen können. Um die Technologien voranzutreiben, tragen Teams jährlich Fußballturniere mit ihren Robotern aus – in verschiedenen Roboter-, Wettkampf- und Alterskategorien. 

Es haben sich über die Jahre aber auch weitere Wettbewerbszweige, unabhängig des Ballsports, entwickelt. Dazu gehört die Kategorie Rescue Maze, in der die Schüler aus Kaufungen antreten. Ziel ist die Erforschung von Methoden, die bei Katastrophen eingesetzt werden können. Die Roboter simulieren Rettungseinheiten, die in einer verwüsteten Stadt voller Hindernissen nach Überlebenden suchen sollen. 

Parallel zur Robo-WM, die in diesem Jahr vom 18. bis zum 22. Juni stattfindet, gibt es Workshops und Vorträge zu den neuesten Roboter-Technologien. Die WM-Teilnehmer sind Kinder ab elf Jahren bis hin zu Erwachsenen, die bereits in einem technischen Feld promoviert haben. Es werden rund 4000 Besucher und Teilnehmer aus 35 Ländern sowie 5000 Roboter erwartet. 

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