Gottschalck: Sorge bei Kommunen wie Unternehmen

Wegfall der A7-Anschlussstelle: SPD will um Kassel-Ost kämpfen

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Streitpunkt A7-Anschlussstelle Kassel-Ost: Bekanntlich soll sie zugunsten eines A44/A7-Autobahndreickes ohne Anschlussmöglichkeit verschwinden, wenn die A44 aus Richtung Helsa kommend fertig gebaut wird. Unser Bild zeigt die Anschlussstelle Kassel-Ost von Nordwesten her. Hinten im Bild ist das Gewerbegebiet Kaufungen-Papierfabrik zu erkennen.  

Kreis Kassel. Die jüngste Berichterstattung der HNA über die zu erwartenden Folgen des Wegfalls der A7-Anschlussstelle Kassel-Ost infolge des A44-Weiterbaus durch das Lossetal zeigt erste Reaktionen seitens der Politik.

„Die SPD im Landkreis Kassel wird weiter vehement für den Erhalt der Anschlussstelle Kassel-Ost an der A7 streiten“, erklärt der SPD-Unterbezirksvorsitzende Timon Gremmels (Niestetal). Einen entsprechenden Antrag dazu werde die SPD-Kreistagsfraktion für den Kreistag am Donnerstag, 11. Mai, einbringen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrike Gottschalck stößt ins gleiche Horn: „Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir muss anerkennen, dass alle Anrainerkommunen und Unternehmen im Kasseler Osten berechtigte Sorgen vor dem Wegfall Kassel-Ost haben“.

Niemand ist einverstanden

Tatsächlich ist aktuell keine der Anrainerkommunen – also Kassel, Kaufungen, Niestetal und Lohfelden – mit dem großen A 44/A 7-Autobahndreieck ohne Auf- und Abfahrtsmöglichkeit einverstanden. Im Dialogverfahren waren bereits verschiedene Varianten vorgestellt worden, um Autobahndreieck und Anschlussstelle Kassel-Ost in Einklang zu bringen. Schwierigkeiten machte dabei vor allem ein FFH-Gebiet direkt östlich neben der derzeit noch bestehenden Anschlussstelle Kassel-Ost.

Dazu Gremmels: „Das Problem für eine Alternativplanung ist tatsächlich das FFH-Gebiet. Hier müssen aber aus Umweltgründen auch die 4,5 Kilometer Umweg abgewogen werden, die durch den Bau einer neuen Anschlussstelle weiter östlich bei Niederkaufungen entstehen werden“. Diese zusätzlichen Kilometer verursachten nur wieder mehr Lärm und Abgase. „Das dürfte gerade einem grünen Minister nicht egal sein“.

Die Folgen für die Anrainerkommunen

Der Wegfall der Anschlusstelle Kassel-Ost hätte für Kaufungen, Niestetal, Lohfelden und Kassel vielfältige Folgen:

  • Kaufungen befürchtet vor allem einen erheblichen Standortnachteil durch den Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost. Lkw-Verkehr, der von der A7 kommend das Gewerbegebiet Papierfabrik ansteuern will, muss einen Umweg von bis zu 4,5 Kilometern fahren, was wiederum eine Mehrbelastung von Lärm und Abgasen zur Folge hat. Befürchtet wird auch eine Überlastung der alten Leipziger Straße infolge des Wegfalls der B7 im Abschnitt zwischen Kassel-Ost und der geplanten neuen A44-Anschlussstelle Niederkaufungen.
  • Niestetal: Der Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost könnte zu einer Überlastung der Anschlussstelle Kassel-Nord führen. Befürchtet werden regelmäßige Rückstaus bis nach Heiligenrode hinein, ebenso ein Lärmzuwachs bedingt durch unzureichenden Lärmschutz entlang der A7 im Bereich Niestetal.
  • Lohfelden: Lohfelden fürchtet, dass sich durch den Wegfall der Auf- und Abfahrmöglichkeit bei Kaufungen-Papierfabrik der Verkehr massiv nach Lohfelden verlagern wird. Grund: Aus Kassel kommender lokaler Lkw-Verkehr würde dann eher die K10 (Ochshausen) oder die L 3203 (Crumbach/Vollmarshausen), nutzen, weil ohne Kassel-Ost der Weg über die Autobahn dann noch umständlicher wäre, um nach Papierfabrik zu kommen.
  • Kassel: Der Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost könnte zu einer Mehrbelastung, wenn nicht sogar Überlastung der A7-Anschlussstelle Kassel-Nord mitsamt der Dresdener Straße in Richtung Kassel führen - mitsamt zusätzlichem Lärm- und Abgaseintrag. Zudem drohen Schleichverkehre durch die Stadtteile des Kasseler Ostens.

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