Für die Restaurierung des Instruments in der Kaufunger Stiftskirche ziehen Förderer alle Register

Wilhelm-Orgel soll bald wieder erklingen

Kulturhistorisches Kleinod: Die Restaurierung der Anfang des 19. Jahrhunderts von Georg-Peter Wilhelm gebauten Orgel in der Stiftskirche Kaufungen bildet den Abschluss der Sanierung des fast 1000 Jahre alten Gotteshauses. Fotos: privat / nh

Kaufungen. Bald soll sie wieder erklingen, die von Georg-Peter Wilhelm gebaute Orgel auf der Kaiserempore der Stiftskirche in Kaufungen. Und dafür ziehen die Förderer des fast 1000 Jahre alten Gotteshauses alle Register.

So wie der Rotary Club Kaufungen-Lossetal und der Förderverein Rotary Kaufungen, die für Pfingstmontag, 9. Juni, ab 19.30 Uhr ein Benefizkonzert für Orgel und Horn zugunsten des 1802 erschaffenen Instruments organisieren.

Die Kirchenmusiker Eckhard Manz an der Orgel und Joachim Pfannschmidt (Horn) werden Werke von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart und Olivier Messiaen spielen. Die Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Instruments soll dereinst den Abschluss der vier Millionen Euro umfassenden Sanierung der Stiftskirche bilden. Nachdem die Orgel im Jahr 1974 verstummte und stattdessen die im selben Jahr gefertigte moderne Noeske-Orgel fortan zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste beitrug, entdeckten Orgelgutachter der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck später die kulturhistorische Bedeutung der Wilhelm-Orgel. Die Expertenkommission empfahl eine Restaurierung der Orgel nach strengen denkmalpflegerischen Kriterien.

„Bemerkenswert bei unserer Orgel ist, dass sie noch einen beträchtlichen Anteil an Originalsubstanz wie drei große Keilbälge in sich birgt“, erklärt Dekanin Carmen Jelinek, Vorsitzende des Fördervereins Stiftskirche Kaufungen. Repräsentative Instrumente aus der Übergangszeit vom 18. zum 19. Jahrhundert seien in Nordhessen fast kaum noch zu finden.

Carmen Jelinek

An den wenigen Orten, wo sie ganz oder größtenteils erhalten sind, müssten sie für die Zukunft bewahrt werden. „Es sind beredte Zeugnisse künstlerischen Handelns. Die Wilhelm-Orgel stellt ein besonderes Kleinod in der Stiftskirche dar, das weit über die Grenzen Kaufungen hinaus von besonderer Bedeutung ist“, betont Jelinek.

Sie verweist darauf, dass die Restaurierung der Wilhelm-Orgel eingebettet ist in die Sanierung der als nationales Kulturgut eingestuften Stiftskirche Kaufungen.

Damit auf der Kaiserempore ohne Schaden für das Instrument gearbeitet werden kann, sollen sämtliche Orgelpfeifen und weitere Teile der Wilhelm-Orgel im Juni ausgebaut und zwischengelagert werden. Die eigentliche Restaurierung ist für die Jahre 2017 / 18 terminiert und wird voraussichtlich 420 000 Euro kosten.

Keine Neuigkeiten gibt es hinsichtlich der Gespräche mit dem Bund über die Wiederaufnahme der Denkmalförderung für die Stiftskirche.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr mussten die Sanierungsarbeiten an der größten Kirche im Kasseler Umland gestoppt werden, nachdem die Zuwendung in Höhe von 150 000 Euro aus dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ vom damaligen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gestrichen wurde. HINTERGRUND

Info: Karten für das Konzert zum Preis von 15 beziehungsweise 20 Euro sind im Vorverkauf erhältlich bei Optik Wetzel, Leipziger Straße 443, Telefon 0 56 05/40 08, und bei Günther Wöbken unter Telefon 0 56 05/7 05 03.

Von Martina Sommerlade

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.