Städtische Werke halten aber an Projekt fest

Bau von Windpark im Stiftswald verzögert sich

Riesige Rotoren: Acht je 206 Meter hohe Windräder wollen die Städtischen Werke Kassel im Stiftswald bei Helsa errichten. Doch deren Bau verzögert sich. Unser Bild zeigt eine der neu errichteten Anlagen in der Söhre. Archivfoto: Schindler

Helsa/Kaufungen/Söhrewald. Der Bau des Windparks Stiftswald bei Helsa verzögert sich. Statt Ende 2015 werden sich die geplanten acht Rotoren frühestens im Spätsommer 2016 drehen.

Grund ist laut den Städtischen Werken, die den Windpark errichten und betreiben wollen, die noch ausstehende Genehmigung. „Wir erwarten sie in den nächsten Wochen“, sagte Werke-Sprecher Ingo Pijanka auf HNA-Anfrage. Nach Vorgaben der Wasserbehörden habe man die Zuwege zum Windpark umplanen müssen, das habe Zeit gekostet.

Wegen der fehlenden Genehmigung konnten im Winter nicht wie geplant Bäume gefällt werden, dies ist wegen des Schutzes der Vogelwelt nun erst Anfang Oktober wieder möglich.

Trotz der Verzögerung halten die Städtischen Werke an dem Windpark fest. „Das Projekt wird sich ökonomisch und ökologisch rechnen“, meint Pijanka. Die Einspeisevergütung im 4. Quartal 2015 betrage 8,9 Cent pro Kilowattstunde Strom, ab dem ersten Quartal 2016 sinke sie um maximal 1,2 Prozent pro Quartal.

Mäusebussard

Auch bezüglich der Zahl der Rotoren wurde die Planung verändert. Ursprünglich wollten die Werke neun Anlagen im Stiftswald errichten. Nun sollen es nur acht Rotoren werden. Der Grund: Bei einer Windkraftanlage habe man im Laufe des Genehmigungsverfahrens Kenntnis über einen nahe gelegenen Mäusebussard-Horst erhalten. Um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden, verzichte man auf diese eine Anlage. Auf dem Großen Belgerkopf sollen sechs Rotoren errichtet werden, auf dem Bielstein zwei.

Die Windkraftanlagen haben eine Gesamthöhe von 206 Meter, die Nabenhöhe liegt in 149 Meter Höhe, der Rotor misst im Durchmesser 115 Meter. Hersteller ist die Firma Enercon.

Jede der Anlagen hat eine Leistung von drei Megawatt, der gesamte Windpark leistet 24 Megawatt. Mit dem prognostizierten Ertrag von 72 000 Megawattstunden/Jahr können rechnerisch 23 000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Millionen-Investition

Der erzeugte Strom wird im Windpark auf Hochspannung transformiert und über ein Erdkabel ins Umspannwerk Bergshausen eingespeist.

Zu den Investitionskosten wollte der Werke-Sprecher zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. Der Betrag dürfte aber in einer Größenordnung zwischen 40 und 50 Millionen Euro liegen.

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