Anzeichen, dass acht Spuren langfristig nicht reichen könnten

Wird A7 sogar zehnspurig? Land hat ab 2030 Erweiterung bei Kassel angemeldet

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Gleiche Breite, mehr Spuren: Die A7 wird zurzeit von sechs auf acht Fahrspuren ausgebaut. Die neuen Lärmschutzwände auf der Lohfeldener Seite der Autobahn (links) sind schon fertig.

Kaufungen/Lohfelden/Kassel. Seit rund zwei Monaten laufen die Arbeiten für die Verbreiterung von zwei A7-Brücken bei Lohfelden.

Hintergrund ist der Ausbau der Fernstraße von bislang sechs auf dann acht Fahrspuren zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und dem Südkreuz Kassel. Dieser ist notwendig, weil in dem sechs Kilometer langen Streckenabschnitt künftig auch der Verkehr von der A 44 rollen soll.

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Nun gibt es Anzeichen dafür, dass acht Fahrspuren langfristig möglicherweise nicht ausreichen werden, um den Verkehr auf der vielbefahrenen Fernstraße aufnehmen zu können. In einem Entwurf des Bundestags-Verkehrsausschusses für aktuelle Änderungen des Fernstraßenausbaugesetzes wird auch der A7-Abschnitt bei Kassel erwähnt. In roter Schrift wird in dem Papier, das der HNA vorliegt, seitens des Landes Bedarf für einen zehnspurigen Ausbau der Autobahn zwischen der Anschlussstelle Kassel-Nord und dem Südkreuz Kassel angemeldet. Die Kosten für den exakt 6,7 Kilometer langen Abschnitt werden mit 133,3 Millionen Euro beziffert.

Die Tatsache, dass eine Erweiterung der Erweiterung angemeldet wurde, bedeute aber nicht, dass in absehbarer Zeit gebaut wird, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon (Volkmarsen) am Montag auf HNA-Anfrage. Viesehon, der Mitglied des Verkehrsausschusses ist, verweist auf die Einstufung der Anmeldung. „Weiterer Bedarf ist die niedrigste Bedarfsstufe“, so der Abgeordnete. Sie erlaube nicht einmal, mit einer konkreten Planung zu beginnen. Die Anmeldung des „weiteren Bedarfs“ ziele auf den nächsten Bundesverkehrswegeplan ab, der 2030 für die Zeit bis 2045 verabschiedet wird. Nach Einschätzung Viesehons wäre es „fahrlässig“, wenn die Verantwortlichen sich nicht bereits jetzt mit möglichen Steigerungen des Verkehrsaufkommens beschäftigen würden.

Der Abgeordnete verweist darauf, dass eine Erweiterung auf zehn Spuren bereits im Frühjahr im Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan aufgeführt war, und zwar ebenfalls unter „weiterem Bedarf“. Aus ungeklärten Gründen sei das Projekt aber nicht im Entwurf für das Bundeskabinett aufgetaucht, sagte Viesehon. Das werde nun korrigiert.

Hintergrund

Weil der Verkehr der A 7 und der A 44 nach dem Willen des Landes auf sechs Kilometern gebündelt wird, muss die Kapazität der A 7 erweitert werden. Dazu wird die Autobahn zurzeit von sechs auf acht Fahrspuren erweitert. Bereits weitgehend fertig sind die neuen, bis zu 15 Meter hohen Lärmschutzwände auf beiden Seiten der Fernstraße. Die Kosten für den Ausbau samt Lärmschutz beziffert die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil mit 91,5 Millionen Euro. Die Schätzung ist allerdings fünf Jahre alt und gilt als überholt. Für die Erweiterung wird die A 7 nicht verbreitert. Vielmehr werden die neuen Fahrspuren und die Standspuren schmaler. Für eine Verbreiterung auf zehn Fahrspuren, wie sie jetzt beim Bund angemeldet wurde, würde der Straßenraum nicht ausreichen. 

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