Tiere fressen am Steinertsee Oberkaufungen viel weg, was den natürlich Heidewuchs stört

Ziegen und Schafe helfen bei der Heidepflege

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Für die Vierbeiner gibt es hier reichlich zu Fressen. Die Tiere von Ziegen- und Schafhirt Dirk Müller aus Nieste reagieren auf den ersten Pfiff.

Kaufungen. Bevor die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Kaufungen-Lohfelden in der Nähe des Steinertsees in Oberkaufungen zur Garten- und Heckenschere griffen, hatte ihre tierischen Helfer schon Vorarbeit geleistet.

Auf dem einen Meter großen Heideland wird, wie jedes Jahr im Oktober, kräftig ausgemistet. 25 Schafe und Ziegen meckern und blöken lautstark auf dem Gelände herum und fressen schon mal einiges weg, was den natürlichen Heidewuchs stört. Dirk Löber aus Nieste hält die Tiere, die zur Abwechslung zum Speiseplan auch altes Brot bekommen.

„Würden wir der Natur hier freien Lauf lassen“, erzählt Manfred Henkel, seit 30 Jahren Vorsitzender der Nabu-Gruppe, „wäre die Heidefläche schnell zugewuchert. Nach etwa fünf Jahren wäre dann wieder Wald auf der Fläche.“ Die im August in verschiedenen Farben blühende Heide ist nach wie vor ein Hingucker, kurz bevor man den See erreicht. Heideflächen sind rar geworden, weil nährstoffarmer Boden fehlt. Gerade wird eine Art Fenster in die Hecke geschnitten, um den Einblick auf die Fläche und das aufgestellte Insektenhaus zu erleichtern. Hinweisschilder verbieten das Betreten. „Das ist auch zum Schutz der Tiere, die sich in den künstlich angelegten Tümpeln und Teichen sehr zahlreich angesiedelt haben“, mahnt Henkel. Zum Arbeitseinsatz wird eine Ausnahme gemacht, denn Gehölz muss zurückgeschnitten werden. Überflüssige Weiden- und Kieferschößlinge beeinträchtigen die Ausdehnung der Heidefläche und werden mühevoll entfernt.

Seit 1976 sind die Flächen um den See zum Vogelschutzgebiet erklärt worden. Über 50 Arten finden dort ihre Heimat zum Brüten und Nisten. An einem großen Weiher weist Henkel auf eine künstlich angelegte Brutstätte für Eisvögel hin. „Es waren schon welche zum Nisten da, aber es gibt in der Nähe noch eine große Abrisskante, da zieht es die Eisvögel eher hin“, erklärt er.

Das heutige beliebte Erholungsgebiet diente bis 1960 dem Steinkohleabbau. Danach wurde es bis 1975 als Mülldeponie der Stadt Kassel genutzt, bevor man sich entschloss, dass Gelände freizeitlich zu nutzen.

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