Informationspfade markieren Verlauf der Trasse

Mitten durch den Wald: Spaziergang auf der künftigen Autobahn

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Vorstellungskraft ist gefragt: Oberhalb der Ziegelhütte bei Oberkaufungen verläuft einer der drei Informationspfade, auf denen sich Besucher über den geplanten Verlauf der Autobahntrasse informieren können.

Kaufungen. Nur wenige Sonnenstrahlen dringen durch das dichte Blätterdach der jungen Buchen. Welkes Laub dämpft die Schritte auf dem schmalen Pfad, der sich oberhalb der Ziegelhütte bei Oberkaufungen durch den Stiftswald schlängelt. Doch mit der Idylle wird es bald vorbei sein.

An einigen dünnen Stämmen rechts und links des Weges hängen rote Bänder aus Plastik. Die Schleifen sollen die Vorstellungskraft der Menschen anregen. Die Bäume mit den Schleifen stehen auf dem künftigen Mittelstreifen der Autobahn 44, die von der Ziegelhütte über den Dautenbach hinunter ins Lossetal und weiter in Richtung Helsa führt.

An drei Stellen südlich der Bundesstraße 7 hat das Ritterschaftliche Stift, dem der Wald gehört, Informationspfade zu der Autobahntrasse angelegt.

„Wir wollen den Kaufungern vor Augen führen, welche Auswirkungen die Trasse auf den Wald hat“, sagt Stiftsförster Carl Hellmold, „damit keiner sagen kann: Ich habe es nicht gewusst.“ Der rund 350 Meter lange Pfad Nummer 1 führt von der Ziegelhütte zum Dautenbach, den später eine Talbrücke überspannen soll.

Pfad Nummer 2 führt vom Dautenbach zum Hackenberg (circa 600 Meter), auf dem Pfad Nummer 3 (circa 1200 Meter) sollen die Besucher empfinden können, wie die Autobahn 44 die Landschaft zwischen dem Hackenberg und der Kunstmühle verändern wird.

Als Ergänzung zu den Spaziergängen auf der künftigen Autobahn dienen Tafeln an den Ausgangspunkten der Informationspfade. Besucher erfahren dort, dass die Fahrbahn der A 44 etwa 25 Meter breit sein wird. Doch dabei wird es nicht bleiben. „Je nach Gelände kommen noch Böschungen dazu, sodass insgesamt zwischen 40 und 50 Meter für die Autobahn benötigt werden“, heißt es in der von Stiftsförster Hellmold verfassten Erläuterung.

Carl Hellmold

Die Aktion mit den drei Pfaden ist durchaus auch als Spitze gegen die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil zu verstehen. In Kaufungen rumort es bekanntermaßen seit Monaten, weil keine neuen Details zu den Planungen veröffentlicht werden.

Stattdessen schürte der aus Kaufungen stammende Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) in seiner Reaktion auf eine Postkartenaktion der KWG die Hoffnung auf eine neue Prüfung alternativer Trassen, darunter der Söhre-Variante. Wenige Tage später relativierte der Minister seine Aussagen. Archivfoto: Stier

Info: Eine Führung auf den Informationspfaden findet am Freitag, 28. September, 17.30 Uhr, statt. Treffpunkt ist das Naturfreundehaus in der Freiheiter Straße. Anmeldungen unter folgender Telefonnummer 0 56 05/20 24.

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