Kaufunger Pläne

Kaufungen strebt gemeinsames Versorgungswerk mit Kasseler Energieunternehmen an

Neue Ära: Die Zeiten, in denen Eon Mitte für das Stromnetz in Kaufungen zuständig war, sind wohl bald vorbei. Die Gemeinde setzt nun auf die Städtischen Werke Kassel. Archivfoto: dpa

Kaufungen. Das Stromnetz in Kaufungen wird künftig mit großer Wahrscheinlichkeit gemeinsam von der Gemeinde und den Städtischen Werken Kassel betrieben. Die endgültige Entscheidung trifft das Parlament am Donnerstag, 8. November.

Wie Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf HNA-Anfrage bestätigte, hat sich der Energieausschuss der Gemeindevertretung einstimmig für das Modell eines Versorgungswerks ausgesprochen. Das Votum ist notwendig, weil der Konzessionsvertrag zwischen der Gemeinde und Eon Mitte zum Jahresende 2012 ausläuft. Der Vertrag garantierte dem Kasseler Energieversorger in den vergangenen Jahrzehnten den Zugang zu den Strommasten und Anlagen auf dem Gemeindegebiet. Im Gegenzug erhielt Kaufungen von Eon Mitte eine jährliche Zahlung von zuletzt 390.000 Euro.

Das Auslaufen des Vertrags will die Gemeinde nutzen, um mehr Einfluss auf die Energiepolitik zu gewinnen. Um auszuloten, mit welchem Modell die Rekommunalisierung des Stromnetzes am besten zu verwirklichen ist, hatte die Gemeinde den Betrieb des Netzes ausgeschrieben. Stromversorger konnten Angebote für zwei Modelle unterbreiten: für die Konzessionierung und für das Versorgungswerk.

Für den Abschluss eines Konzessionsvertrages hatten sich laut Roß der bisherige Vertragspartner Eon Mitte und die Städtischen Werke Kassel beworben. Für dieses Modell gab es im Energieausschuss allerdings keine Mehrheit. Begründung: Über die Konzessionierung könne die Gemeinde kaum Einfluss auf die Ausrichtung eines Energieversorgungsunternehmens nehmen. Bei einem Versorgungswerk sei dies dagegen möglich.

Nach der Grundsatzentscheidung für dieses Modell hatten die Abgeordneten die Wahl zwischen zwei Bewerbern. Neben den Städtischen Werken, die den Zuschlag bekamen, hatte sich auch die Energie Region Kassel GmbH beworben. Dabei handelt es sich um den Zusammenschluss von Eon Mitte und 16 Kommunen im Landkreis Kassel. Allerdings hatte sich das Parlament zuvor gegen einen Einstieg bei der Energie Region Kassel ausgesprochen.

Dass sich das maßgeblich von den Sozialdemokraten in der Region initiierte Unternehmen in Kaufungen nicht durchsetzen konnte, bedeutet: Der Flickenteppich bei den Stromnetzen wird größer. Bei zwei Kommunen im Altkreis Kassel ist noch ungewiss, wie sie sich entscheiden werden: In Niestetal werden nach Auskunft von Verwaltungssprecher Dennis Bachmann gerade die Angebote ausgewertet, in Schauenburg läuft das Ausschreibungsverfahren laut Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) noch.

Nach Angaben von Roß wird sich die Gemeinde in der Anfangsphase nur mit einem Prozent an dem Versorgungswerk beteiligen. Später soll Kaufungen dann die Mehrheit übernehmen. Auch die Energie-Genossenschaft Kaufungen könne Anteile an dem Versorgungswerk übernehmen, erklärte Roß. Deren Vorstandsmitglied Burkhard Rexmann erklärte die Bereitschaft der Genossenschaft zum Einstieg.

Von Peter Ketteritzsch

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