Ausweichgleis für die Boliden

Verein Steinertseebahn startet in die neue Fahrsaison

+
Warten auf den Lokomotivführer: Edith Henning (rechts) lud ihre Enkel Bastian (7, von links) und Chantal (11), die über Ostern zu Besuch aus Nürnberg gekommen sind, am Karfreitag zu einer Rundfahrt mit der Steinertseebahn ein.

Kaufungen. Bei der Deutschen Bahn vergehen Jahre von der Planung bis zum Bau einer neuen Schnellbahntrasse. Oft werden deren Projekte von kontroversen öffentlichen Diskussionen über Kosten und Nutzen begleitet. Bei ihrem „kleinen Bruder“, der Steinertseebahn in Kaufungen, läuft das viel zügiger.

Wenn Geld da ist, wird angepackt, geschweißt und gebaut. So ist das auch zum Auftakt der neuen Fahrsaison, die die Vereinsmitglieder mit dem traditionellen Andampfen am Karfreitag und den Ostertagen einläuteten. Die Besucher konnten sich da bereits die Vorbereitungen für eine weitere Strecke ansehen, die helfen soll, den Bahnverkehr auf der Gleisanlage im Steinertseepark zu entzerren.

Man baue ein Ausweichgleis und eine Drehscheibe für die Boliden unter den Modell-Bahnen, erklärt der zweite Vorsitzende, Norbert Faupel. Die großen Lokomotiven mit der Spurweite von siebeneinviertel Zoll sind bis zu 2,50 Meter lang und zu schwer, dass man sie nicht mal so einfach auf ein anderes Gleis setzen kann. Von diesen Kolossen erwartet Faupel einige, wenn sein Verein im August zu seinem 35-jährigen Bestehen das Jahrestreffen des Dampfbahnclub Deutschland ausrichtet.

Die neue Bahntrasse wird am Bahnhof der Steinertseebahn abzweigen, die schmale Straße des Vereinsgeländes queren, parallel zu ihr am Hang verlaufen und auf einer Drehscheibe dicht an dieser Straße enden. Auf der Scheibe können sich die großen Dampfrösser wieder ins Schienennetz der Modellbahn einfädeln.

Auch während des Andampfens liefen die Arbeiten dafür hinter den Kulissen auf Hochtouren weiter. 1,7 Tonnen Stahl sind zu schneiden und zu Schienen und Weichen zu verschweißen. Der Verein kann sich dabei nicht nur auf die eigenen Mitglieder, sondern auch auf Experten verlassen, die von außerhalb kommen, um mit ihrem Fachwissen zu helfen. Darunter ist Peter Seyfarth aus Thüringen, der schon seit 15 Jahren mi seinem Know-how aushilft.

Kleinere Probleme löst der Verein umgehend. Norbert Faupel griff selbst zu Hammer und Säge, als das Dach des Fahrkartenhäuschens im Winter eingestürzt war. In Kürze soll auch ein Pavillon für die Bierzeltgarnituren gebaut werden. Darüber hinaus wird das Schaltpult des Fahrdienstleiters modernisiert.

Von Peter Dilling

Fotos: Verein Steinertseebahn läutet neue Fahrsaison ein

Andampfen: Verein Steinertseebahn läutet neue Fahrsaison ein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.