Gespräche dazu erst im November

B7 bei Kaufungen: Land möchte Bundes- zur Gemeindestraße herabstufen

Ziemlich groß für eine Gemeindestraße: Die heutige Bundesstraße 7 soll nach den Vorstellungen des Landes nach dem Bau der A 44 zu einer kommunalen Straße herabgestuft werden. Doch Kaufungen fürchtet hohe Unterhaltungskosten und sträubt sich. Foto: Stier

Kaufungen. Seit Mitte 2006 läuft das Planfeststellungsverfahren für die A44 für den Abschnitt von der A7 bis Helsa. Doch während in anderen Abschnitten – etwa bei Helsa und Waldkappel – schon gebaut wird, kommt die Planung für das Lossetal bei Kaufungen einfach nicht von der Stelle.

Ob und wie sich beispielsweise die über 1000 Einwendungen aus Kaufungen von Bürgern und Bürgerinitiativen auf die Trassenplanung auswirken – Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) hüllt sich in Schweigen.

„Uns liegen bis heute keine Informationen vor, wie diese Einwendungen in die Pläne eingearbeitet werden“, erklärte Bürgermeister Arnim Roß (SPD). In den laufenden Planungsprozess sei die Gemeinde bisher nicht eingebunden worden.

Das stimmt, bestätigte Ulrike Franz-Stöcker, Sprecherin des hessischen Verkehrsministeriums. Aber: „Anfang bis spätestens Mitte November werden wir das Gespräch mit Bürgermeister und Gemeindegremien suchen“, kündigte sie auf HNA-Anfrage an. Ziel sei es, die Gemeinde zu beteiligen und bis Ende des Jahres die geänderte Planung dem Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vorzulegen. Eine Offenlegung der Pläne wäre dann Anfang 2012 möglich – und erst dann wären auch rechtliche Schritte dagegen möglich.

Diskussionspunkte gibt es genug. Beispielsweise wer nach dem Bau der A 44 für den Unterhalt der heutigen B 7 zuständig ist. Der Landkreis Kassel will nicht, weil er schon die K 7 direkt daneben unterhält. Die Gemeinde will aber auch nicht, weil das teuer werden könnte. Bürgermeister Roß: „Eine Übernahme der B 7 als Gemeindestraße lehne ich aus Kostengründen ab.“ Außerdem sei die B 7 nötig, um den befürchteten erhöhten Durchgangsverkehr für Helsa und Kaufungen aufzunehmen. Roß verwies zudem auf den nach wie vor gültigen Beschluss der Gemeindevertretung gegen eine A 44 im Lossetal.

Zu diesen und anderen Fragen gibt das Ministerium keinerlei Auskünfte, außer: „Verschiedene Lösungen werden geprüft.“ Etwa dazu, wie die schützenswerten Vorkommen der Bechstein-Fledermaus an der Oberkaufunger Kunstmühle erhalten werden können. Oder wie für die seit 2009 durch den Kaufunger Wald streifenden fünf Luchse Wanderungsmöglichkeiten auf die andere Talseite geschaffen werden. Vermutlich muss deshalb die geplante Grünbrücke zwischen Helsa und Oberkaufungen verbreitert werden.

Von Thomas Stier

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