Interessenten abgesprungen

Ehemaliger Tegut-Markt in Niedervellmar steht schon 13 Monate leer

Tristesse pur: Das Grundstück des ehemaligen Tegut-Marktes wird nur noch als günstiger Parkplatz genutzt. Foto: Dilling

Vellmar. Vor 13 Monaten hat der Tegut-Lebensmittelmarkt in Niedervellmar wegen eines schwächelnden Umsatzes für immer seine Türen geschlossen. Das war vor allem für ältere Anwohner, die auf Einkaufsmöglichkeiten vor ihrer Haustür angewiesen sind, eine schlechte Nachricht.

Nach mehr als einem Jahr ist noch kein Ende der Tristesse an der Triftstraße in Sicht: Alle Interessenten sind bisher abgesprungen, aktuell gebe es überhaupt keine Verhandlungen mit Geschäftsleuten aus dem Lebensmittelsektor, heißt es vonseiten der Stadt Vellmar.

Schwierige Rahmenbedingungen

Die Fehlschläge dürften auch mit den schwierigen Rahmenbedingungen zu tun haben, die ein Tegut-Nachfolger zu erwarten hat. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und renovierungsbedürftig. Der Markt ist mit nur 520 Quadratmetern Verkaufsfläche für große Discounter uninteressant. Und der Mietpreis von rund 3000 Euro pro Monat, mit dem das Objekt zusätzlich auf einer Immobilienplattform angeboten wird, dürfte für „Tante Emma“, also einen kleinen Einzelhändler, unerschwinglich sein. Immerhin verspricht der Eigentümer drei Monate Gratis-Miete.

In die Verhandlungen mit neuen Mietern schaltete sich auch die Stadt durch Bürgermeister Dirk Stochla aktiv ein. „Wir sind sehr an einem Nahversorger interessiert und stehen ständig parat. Wir können aber keinen zwingen“, sagt Stephan George von der Stadtverwaltung. Man könne nur helfen, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Tamara Garcia, die gegenüber dem ehemaligen Tegut-Markt ein Blumen- und Dekogeschäft betreibt und Kontakt mit dem Grundstückseigentümer hat, spricht sich für eine Lösung aus, die von vielen Schultern getragen wird: Der Markt sollte in mehrere Einzelhandelsgeschäfte aufgeteilt werden. Neben einem Lebensmittelmarkt könnten dort noch ein Fleischer und eine Eisdiele einziehen.

Einen kleinen Lichtblick für die Nahversorgung in Niedervellmar gibt es. Die Bäckerei Viehmeier hat in der Nähe eine Filiale mit Café eröffnet.

Infrastruktur in Niedervellmar: Viele kleine Läden, aber kein Nahversorger

Sicher, der zentrale Nahversorger fehlt in Niedervellmar. Was besonders für ältere Einwohner des Stadtteils, die nicht mehr so mobil sind, ein Ärgernis ist - gerade wenn man nur mal schnell ein Stück Butter besorgen will, die im Kühlschrank fehlt.

Aber so schlecht ist die Infrastruktur in Niedervellmar auch wieder nicht, heißt es bei der Stadt. Denn es gibt doch einige Dienstleister. Da ist unter anderem einmal die Tankstelle, außerdem gibt es die alteingesessene Spielwarenhandlung Benderoth, die auch Bastelbedarf im Angebot hat, darüber hinaus einen Metzger, einen Friseur, eine Schneiderei, einen Blumenladen und jetzt auch die Bäckerei mit einem angeschlossenen Café.

Von Peter Dilling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.