71-jährige Radfahrerin starb – Ermittlungen gegen 62-jährigen Treckerfahrer eingestellt

Kein Prozess nach Unfall

Tödlicher Unfall: Am 10. März 2014 wurde eine 71 Jahre alte Fahrradfahrerin auf der Crumbacher Straße in Lohfelden von einem Trecker überfahren. Der 62 Jahre alte Unfallverursacher wird nicht angeklagt. Archivfoto: Fischer

Lohfelden. Der tödliche Unfall einer 71 Jahre alten Radfahrerin im vergangenen Jahr in Lohfelden wird kein juristisches Nachspiel haben. Das teilte Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied auf Nachfrage der HNA mit. Die Ermittlungen seien eingestellt worden.

Die 71 Jahre alte Frau war am 10. März 2014 gegen 18.55 Uhr auf der Crumbacher Straße von einem 62-jährigen Treckerfahrer überfahren worden.

Wie berichtet, war die Seniorin mit ihrem Fahrrad auf der Crumbacher Straße unterwegs. Als sie den Bauernhof gegenüber des Kirchwegs passierte, fuhr der 62-Jährige mit seinem Traktor auf die Straße. Dabei übersah er die Radfahrerin, sie wurde vom Vorderrad des Treckers überrollt und erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Weiter gefahren

Der 62-Jährige fuhr nach dem Unfall weiter und kehrte später zurück. Er erlitt einen Schock und wurde ärztlich behandelt. Die Polizei ermittelte wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht gegen den 62-Jährigen. Dabei wurde auch ein externer Gutachter zugezogen. Einige Tage nach dem Unfall wurde die Crumbacher Straße gesperrt, um den Unfall zu rekonstruieren und sich ein Bild vom Ablauf zu machen.

„Nicht zwingend erkennbar“

Der Sachverständige sei in seinem unfallanalytischen Gutachten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kollision für den Fahrer nicht zwingend erkennbar und bemerkbar war, sagte Oberstaatsanwalt Wied. Obwohl der 62-Jährige als Unfallverursacher feststehe, sei ihm aus strafrechtlicher Sicht kein Vorwurf zu machen.

Anklagen könne man den Unfallverursacher nur, wenn ihm ein Schuldvorwurf wegen Fahrlässigkeit zu machen sei. Dazu hätte eine objektive und subjektive Verletzung seiner Sorgfaltspflicht vorliegen müssen. „Es hätte erkennbar sein müssen, dass auf der Straße jemand kommt“, erläuterte Dr. Wied gegenüber der HNA. Dies sei laut Gutachter aber nicht der Fall gewesen, unter anderem, weil die Beleuchtung des Fahrrads unklar blieb.

Von Holger Schindler

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