Bistum Fulda ist gegen Sonnenstrom vom Kirchendach

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Die katholische Kirche St. Heinrich in Oberkaufungen: Auf dem Dach des Seitenschiffs (unten rechts) sollte die Fotovoltaikanlage installiert werden.

Kaufungen. Fotovoltaikanlagen auf katholischen Kirchen, das darf es im Bistum Fulda nicht geben. Das musste auch die Kirchengemeinde St. Heinrich in Oberkaufungen erfahren. Und das sogar, obwohl ein örtlicher Unternehmer der katholischen Gemeinde kostenlos eine Fotovoltaikanlage auf das Dach des Gotteshauses setzen wollte.

Die Kirchengemeinde wollte das Angebot annehmen und bat bei der Bistumsleitung in Fulda um Genehmigung. Doch von dort kam ein klares Nein.

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„Wir gestatten grundsätzlich keine Fotovoltaikanlagen auf Kirchen“, sagte Diözesanbaumeister Dr. Burghard Preusler auf Anfrage der HNA. Keine einzige der 320 Kirchen im Bistum Fulda sei damit ausgestattet. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Fotovoltaik“, fügte Preusler hinzu. Auf Gemeindehäusern, Kindergärten und anderen kirchlichen Gebäuden gebe es bereits viele derartige Anlagen. „Wir helfen auch dabei, solche geeigneten Gebäude zu finden“, sagte der kirchliche Baumeister. Die Fotovoltaikanlage in Oberkaufungen sollte auf dem nach Süden gelegenen Dach des Seitenschiffs der Kirche installiert werden.

Trotz des negativen Grundsatzbeschlusses prüfte das Bauamt des Bistums die Anfrage. Unter anderem, weil es sich um eine Schenkung handelte. Auch Kirchtürme sind für das Bistum Fulda tabu, Mobilfunksender werden dort nicht zugelassen.

Die Gründe für diese restriktive Haltung seien vielfältig, sagte Dr. Preusler. Zum einen stünden viele Kirchen unter Denkmalschutz. Die Solarelemente bedeuteten einen Eingriff in die Gestaltung, die Kirchengebäude würden in ihrer Optik verändert.

Außerdem handele es sich bei Fotovoltaik um Anlagen mit wirtschaftlichem Hintergrund. Mit dem Haus Gottes wolle man aber kein Geld verdienen, so der Diözesanbaumeister.

Von Holger Schindler und Michael Schräer

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