Mobile Mess-Stellen auf B7: Keine Chance für Raser

+
Fast unsichtbar unter der Leitplanke: Ordnungspolizist Kai Diek mit dem neuen Leica-Gerät. Damit wird jetzt verstärkt gemessen, weil zwischen den vier stationären Anlagen an der B  7 zwischen Kaufungen und Helsa wieder deutlich.

Kaufungen/Helsa. An der B  7 zwischen Eschenstruth und Papierfabrik überwachen seit 2007 vier stationäre Messgeräte, dass Autofahrer nicht ungestraft das Tempolimit von 80 km/h überschreiten.

Doch viele Autofahrer kennen die Standorte inzwischen und berücksichtigen sie beim Tritt aufs Gaspedal. Im Blitzbereich fahren sie artig 80, doch direkt danach wird nach Kräften beschleunigt, um vor dem nächsten Starenkasten wieder aufs Limit abzubremsen.

Das haben auch die Kontrolleure im Ordnungsbehördenbezirk aus Kaufungen, Helsa und Nieste gemerkt - und jetzt nachgerüstet. Seit Januar wird an mehreren Stellen mit einem neuen, für die Autofahrer nahezu unsichtbar unter der Leitplanke postierten Gerät von der Größe eines Schuhkartons gemessen. Nicht einmal einen verräterischen Blitz sendet die angemietete Mess-Station mehr aus.

Bei sechs Einsätzen im Januar wurden innerhalb von insgesamt 40 Stunden 14.000 Fahrzeuge gemessen, berichtete Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß. Das Ergebnis: 639 Autofahrer waren bis zu 20 km/h zu schnell, weitere 88 fuhren sogar schneller als 101 km/h. Sie alle werden jetzt wegen Ordnungswidrigkeiten oder mit Bußgeldbescheiden zur Kasse gebeten.

Roß bestätigte, dass die Einnahmen aus den stationären Anlagen im vergangenen Jahr deutlich gesunken sind. Gleichzeitig werde zwischen den Mess-Stellen wieder deutlich schneller gefahren. Mit dem verstärkten Einsatz des mobilen Messgerätes wolle man sich auf diese neue Situation einstellen. Im gesamten Ordnungsbehördenbezirk seien daher 16 zusätzliche Kontrollstellen eingemessen und ausgebaut worden, etliche davon an der B  7.

„Wir wollen damit auch weitermachen“, kündigte der Verwaltungschef an. Für den Autofahrer müsse es völlig ungewiss bleiben, an welcher Stelle gemessen wird. Das Motiv liege nicht in einer Aufbesserung der Gemeindefinanzen, sondern einer höheren Verkehrssicherheit.

Dieses Ziel sei auch erreicht worden: Seit 2007 der Kontrolldruck verstärkt wurde, habe es keinen schweren Unfall und auch keine getöteten Menschen mehr auf der B  7 gegeben. Hintergrund: Seit Beginn der 1990er-Jahre bis 2007 waren auf dem Stück zwischen Fürstenhagen und Papierfabrik 34 Menschen bei Unfällen gestorben. Häufigste Unfallursache: überhöhte Geschwindigkeit.

Von Thomas Stier

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.