Infoabend der Bürgerinitiative im Espenauer

Keine Entwarnung beim Fracking

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Postkarten-Aktion: Mitorganisatorin Lydia Machill (Foto oben) aus Espenau zeigt die Postkarten, die an die Parteien mit der Bitte um ein Fracking-Verbot versendet werden sollen. Zwölf Gründe, die gegen Fracking sprechen, nannte BI-Referent Henner Gröschner (rechts) in seinem Fachvortrag .

Espenau. Das Interesse war groß: Fast 70 Besucher kamen zum Infoabend der Bürgerinitiative Fracking freies Hessen in den Wickehof nach Hohenkirchen. Mit einer Ausstellung, Filmmaterial und einem Vortrag von Henner Gröschner machte die Bürgerinitiative (BI) ihre Befürchtungen deutlich.

„Solange die Parteien in Berlin kein Frackingverbot beschließen, können neue Erlaubnis-Anträge in Hessen gestellt werden. Besonders bedroht ist die Nordspitze von Hessen“, betonte BI-Referent Henner Gröschner. Deshalb sollten durch eine Aktion möglichst viele Menschen mit vorgefertigten Postkarten an die Bundes-Parteien ein gesetzliches Frackingverbot verlangen.

„Auch chemiefreies Fracking, das sogenannte Green Fracking, gefährdet das Trinkwasser, zerstört die Landschaft und belastet das Klima durchschnittlich acht Mal mehr als jetzt verwendetes Gas“, erläuterte Gröschner in seinem Fachvortrag. Zudem sei das Gas weder verbilligt noch für die Energiesicherheit und die Energiewende erforderlich.

Mit diesen Feststellungen stützte sich die BI Fracking freies Hessen auch auf die gerade veröffentlichte Stellungnahme des die Regierung beratenden Sachverständigenrats für Umweltfragen.

Ein Vergleich der verschiedenen Parteien-Positionen zum Fracking führter zur strittigen Frage, ob die bisherigen Beschlüsse der Grünen, „Fracking abzulehnen“ schon einer Verbotsforderung der BI entsprechen.

Die anschließende Diskussion wurde vom Dialog zwischen Thomas Ackermann, Grüner aus Fuldatal, und der BI dominiert, bei der die Grünen-Mitglieder ausdrücklich ihre Übereinstimmung mit den Zielen der BI Fracking freies Hessen äußerten.

„Wenn die Grünen Fracking wirklich verbieten wollen, können sie öffentlich ein Verbot fordern, im Bundestag einen entsprechenden Antrag stellen oder sie hätten einem solchen Antrag zustimmen können“, begründete Gröschner seine beharrliche Fracking-Verbotsforderung.

Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) aus Ahnatal betonte, dass die nordhessischen Kommunen sich mehrheitlich und parteiübergreifend mit Ausnahme der FDP gegen Fracking ausgesprochen haben. „Es wäre schön, wenn BI und die kommunalen Politiker zusammenarbeiten würden, statt sich gegenseitig misstrauisch zu begegnen“, forderte Aufenanger.

Bei allem Vertrauen zum guten Willen aller Akteure vor Ort, wies die BI doch auf die Tatsache hin, dass die Verhinderung des Frackings in erheblichem Maß von der Bereitschaft der Parteien in Berlin abhängig sei. „Nur wenn dort Gesetzesänderungen politisch gewollt werden, bleibt uns Fracking dauerhaft erspart“, betonte Gröschner. Deshalb betrachtet die BI den Wahlkampf als Chance, von den Parteien ein Bekenntnis zu Verbotsforderungen zu verlangen.

Weitere Infos sind unter www.frackingfreieshessen.de erhältlich. Dort gibt es auch das Musteranschreiben zur Postkartenaktion an die politischen Parteien.

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