Gemeindeparlament lehnt Übernahme des Hauses Posen und Erhalt des Museums Währungsreform 1948 ab

Keinen Euro für D-Mark übrig

Unter Denkmalschutz: Das Haus Posen mit dem Museum Währungsreform auf dem ehemaligen Kasernengelände.

Fuldatal. Die Gemeinde Fuldatal wird das Museum Währungsreform 1948 nicht betreiben und das Haus Posen auf dem ehemaligen Kasernengelände in Rothwesten, in dessen Obergeschoss sich das Museum befindet, nicht von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übernehmen. Dies entschieden die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Mittwochabend mit breiter Mehrheit.

SPD, CDU, Grüne und FWG stimmten dafür, das Museumsprojekt nicht weiter zu verfolgen. Lediglich die FDP votierte gegen eine entsprechende Vorlage der Verwaltung. „Wir werden weiter daran arbeiten, das Museum zu retten“, unterstrich FDP-Fraktionschef Klaus-Dieter Sänger. Den zuvor von Bürgermeisterin Anne Werderich dargelegten Sachstand nehme man mit Bedauern zur Kenntnis. Die Mehrheitsentscheidung erleichtere die Suche nach alternativen Lösungen nicht, meinte Sänger.

Ernüchternd fiel der Bericht der Bürgermeisterin aus. Sie hatte unter anderem noch einmal die Museumslandschaft Nordhessen, das Kasseler Stadtmuseum und den Vorstand der Deutschen Bundesbank um Unterstützung gebeten, damit das Museum für die Gemeinde kostenneutral erhalten werden kann. Hierzu hatte sie das Parlament im November beauftragt und eine Entscheidung zum Museum verschoben. Antworten habe die Gemeinde nicht erhalten, meinte Werderich.

Nach der Entscheidung „läuft das Museum noch bis Ende März unter unserem Namen“, betonte Werderich. Bis dahin überlässt die Bima der Gemeinde das denkmalgeschützte Haus Posen. Und so lange zahle auch die Gemeinde den Strom, fülle den Tank im Keller, damit die Toiletten mit Brauchwasser versorgt sind. Danach müsse das Haus geräumt werden, wenn sich keine Lösung, zum Beispiel über einen Verein, ergebe.

Das Museum aufzugeben, diese Entscheidung falle niemandem im Parlament leicht, betonte Heidrun Gottschalk (SPD). „Aber das Haus Posen ist für uns finanziell nicht tragbar.“ Seit Jahren schiebe man die Entscheidung vor sich her, sagte Thomas Ackermann (Grüne). Und: „Es war ein Sterben auf Raten. Aber irgendwann muss man die Realitäten erkennen.“ Es handele sich doch um ein Bundesmuseum, meinte Dieter Paul (CDU). Nicht das finanziell angeschlagene Fuldatal, sondern andere seien in der Pflicht, es fortzuführen. Auch für Klaus Kreb (FWG) „ist der Bund verantwortlich für das Haus“. Aber offenbar wolle niemand in Berlin oder auch Wiesbaden es haben. „Ende März muss Schluss sein“, betonte Kreb.

Wenn sich nicht noch eine private Initiative als Retterin des Museums Währungsreform 1948 findet. Die, so die Fraktionen und die Bürgermeisterin, werde man unterstützen. ARTIKEL UNTEN KOMMENTAR, HINTERGRUND

Von Michael Schräer

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