Bundespolizei überprüft am Standort Ihringshausen die Reformpläne – Informationstechnik nach Duderstadt

Kfz-Werkstatt der Bundespolizei bleibt in Ihringshausen erhalten

+
Werkstatt-Team: Kfz-Meister Paul Vössing (links) und Mechaniker Alexander Nebelung an einem Zugfahrzeug für Hubschrauber.

Fuldatal. Eine gute Nachricht hatte Klaus Lüddecke für den Standort der Bundespolizei in Ihringshausen. Die Kfz- Werkstatt bleibt vorerst erhalten, sagte der Leiter der Regionalen Bereichswerkstätten aus Duderstadt bei seinem Besuch in Fuldatal. Ursprünglich sollte der Betrieb Ende Oktober geschlossen werden.

Ein zweiter Bereich auf dem Gelände ist definitiv Geschichte: In der Werkstatt für Informations- und Kommunikationstechnik räumen die Mitarbeiter die letzten Sachen ein. Hier ist mit diesem Wochenende Schluss. Alle sechs Elektroniker würden künftig in der Hauptstelle in Duderstadt beschäftigt, sagt Lüddecke. Der Umzug sei Teil der Bundespolizei-Reform, die 2007 beschlossen wurde.

Wolfgang Ollhoff gehört zu jenen, die jetzt einen neuen Dienstort haben. Begeistert ist er darüber nicht, was die fachliche Seite dieser Veränderung angeht und natürlich auch die private. „Bis jetzt bin ich mit dem Fahrrad von Sandershausen gekommen, künftig muss ich 80 Kilometer pro Fahrtweg pendeln“, sagt der 58-jährige Bundespolizist.

Seit 1975 arbeitet er am Standort in Ihringshausen, wartete und reparierte elektronische Geräte vom Computer über Funkgeräte bis zu den Relais-Stationen für den Funkverkehr. Über mangelnde Arbeit konnten sich er und seine Kollegen am Standort nicht beklagen. Künftig müssten die Kunden, die Bundespolizei-Dienststellen der Region, eben weitere Wege in Kauf nehmen.

Anders als Christian Gries. „Ich bin der einzige Gewinner“, sagt der angestellte 36-jährige Elektroniker, verantwortlich für die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses. Er wohne in Nordheim, habe jetzt statt 76 nur noch 36 Kilometer Anfahrt zum Arbeitsplatz.

Als Gewinner, zumindest vorläufig, fühlen sich auch Meister Paul Vössing, Mechaniker Alexander Nebelung und Lagerist Bernd Lies, die drei Angestellten der Kfz-Werkstatt. Sie warten und reparieren die rund 200 Fahrzeuge der „Stammkundschaft plus der Durchreisenden“, wie Vössing sagt. Stammkunden sind die Dienststellen in Fuldatal, Kassel, Eschwege und Hundstadt bei Usingen.

Lies arbeitet seit 1978 am Standort Ihringshausen und ist für die Beschaffung aller möglichen Ersatzteile verantwortlich, von der Polizeikelle über Schrauben bis zu Fahrzeugscheiben, Reifen oder auch Betriebsstoffen. „Es werden immer mehr Teile, weil keines an gleich mehrere Fahrzeuge passt“, sagt er.

Und weil im Bestand viele verschiedene Fahrzeugtypen zahlreicher Fabrikate sind, betont Vössing. Vom Pkw über Tankwagen, Busse, Löschwagen bis zu Spezialgefährten wie dem Zugfahrzeug für Hubschrauber stehen in der Werkstatt-Halle. Ob zur Wartung nach Fahrtraining auf dem Verkehrsübungsplatz in Hertingshausen oder der Reparatur nach einem Einsatz, immer muss es schnell gehen. Vössing: „Wir sind voll ausgelastet.“

Das sagt die Direktion

„Wir freuen uns, dass die Kfz-Werkstatt an unserem Standort in Ihringshausen vorerst erhalten bleibt“, sagt Kurt Lachnit von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit bei der Direktion Bundesbereitschaftspolizei in Fuldatal. Würde die Werkstatt geschlossen, müssten alle Fahrzeuge in Duderstadt gewartet werden oder bei lokalen Werkstätten. „Die Folgen wären längere Standzeiten und höhere Kosten“, betont Lachnit.

Von Michael Schräer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.