Heinkel-Freunde Kassel lieben ihre Oldtimer

Niestetal/Kassel. „So einen hatte ich früher auch mal“ – von Niestetal bis Nizza hören Heinkel-Freunde diesen Satz, wenn sie mit dem Motorroller ihrer Wahl, dem Heinkel Tourist, unterwegs sind.

Mit 9,2 oder 9,5 Kubikmeter Hubraum – je nach Typ – und einer Höchstgeschwindigkeit von 93 Kilometer pro Stunde reisen die Nostalgie-Fans zu Zielen in der ganzen Welt.

„Auf Achse sein“, nennen das die Clubmitglieder. Die Heinkel-Freunde Kassel sind ein sogenannter Stammtisch. Davon gibt es 52 in ganz Deutschland. Der Dachverband ist mit über 4000 Mitgliedern einer der größten markengebundenen Oldtimer-Clubs Europas. Was jedem anderen Oldiebesitzer einen Schrecken in die Knochen jagt, ist für Heinkel-Freunde kein Grund zur Besorgnis: „Wir müssen nicht über ein paar Hundert gefahrene Kilometer mehr oder weniger nachdenken“, sagt Lothar Ehlers von den Heinkel-Freunden Kassel.

Der Heinkel-Club Deutschland ist Gesellschafter der Heinkel Teile Vertriebs GmbH. Diese stellt für Mitglieder originalgetreue Ersatzteile her. Die Einnahmen fließen an den Verein zurück, „Wir müssen dadurch keine teuren Einzelanfertigungen bezahlen“, erklärt Eberhard Eisele. Er hat mit seinem Umzug nach Niestetal auch den Stammtisch gewechselt – von Ludwigsburg nach Kassel. Ob er deswegen Wehmut verspürt? Keineswegs. „Die Heinkel-Clubs sind wie eine große Familie, die sich regelmäßig trifft.“

Bilder von den Rollern

Heinkel Freunde: Per Kickstarter auf Reisen gehen

Die Begeisterung für Motorroller, die von einem findigen Flugzeugingenieur konstruiert wurden, eint. Ernst Heinkel gründete 1922 die Ernst Heinkel Flugzeugwerke in Warnemünde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Werkshallen demontiert und als Reparationsleistung in die damalige Sowjetunion gebracht. Bald darauf wurden am neuen Standort Stuttgart die bis heute begehrten Motorroller gebaut.

Heinkel-Freunde sind technikbegeistert. Viele schrauben und tüfteln in jeder freien Minute. Auch unterwegs. „Mein Werkzeug ist immer in der Sitzbank verstaut“, sagt Uwe Juulsgaard. Der ehemalige Regionalclubbetreuer ist gerade auf der Durchreise nach Italien. Seinen Zwischenstopp macht er in Niestetal, bei Familie Eisele. Bei langen Strecken hat er seinen Tourist auf einen eigens dafür gebauten Anhänger geladen – wegen des Komforts.

Eisele ist etwas härter im Nehmen. 2010 war er mit dem Tourist am Polarkreis, schließlich ist „der Tourist ein Reiseroller “.

Von Diana Surina

Rubriklistenbild: © Surina

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