Dreieinhalb Jahre Haft für Dealer – Nach Geständnis kurzer Prozess ohne Zeugen

40 Kilogramm Drogen verkauft

Mit Drogen gehandelt: In dem Amtsgerichtsprozess ging es auch um den Verkauf von Marihuana. Archivfoto: dpa

Baunatal. Über 40 Kilo Haschisch und Marihuana hat ein 26-Jähriger in Verkehr gebracht, ein Dreh- und Angelpunkt des schwunghaften Handels war Baunatal gewesen. Weil er ohne Umschweife alle Vorwürfe einräumte, ist die Sache am Mittwoch vor dem Kasseler Amtsgericht in einem äußerst kurzen Prozess und ohne die ursprünglich geladenen Zeugen erledigt worden.

Laut Anklage hat der bereits mehrfach, auch einschlägig, strafrechtlich aufgefallene Mann zwischen September 2010 und Juni 2011 Drogen verkauft, die zum Teil aus Holland in die Bundesrepublik eingeführt worden waren. Zwei Abnehmer sollen ihm den Stoff abkauft haben, ein Großteil der Deals wurde nach den Angaben der Staatsanwaltschaft in den Wohn- und Geschäftsräumen eines Mittelsmannes in Baunatal abgewickelt. Von diesem Geschäftspartner wiederum soll er Marihuana gekauft haben.

Waffe gefunden

Bei seiner Verhaftung im Juni vergangenen Jahres fand die Polizei außer Drogen und Geld auch eine halbautomatische Waffe der Marke „Mauser“ in der Wohnung des Angeklagten. Sie war in einem Kulturbeutel in seinem Bad versteckt. Deshalb musste er sich am Mittwoch außer wegen Drogenhandels auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten.

Der 26-Jährige, der in Untersuchungshaft sitzt, sagte im Gerichtssaal nichts zu den Vorwürfen, sein Rechtsanwalt Jürgen Ahrens allerdings gab für ihn eine Erklärung ab: Sein Mandant räume alles ein, auch wenn er sich an Details nicht mehr erinnere. Die von der Staatsanwaltschaft ermittelten Mengen und Preise jedoch seien zutreffend. In einigen Fällen kassierte der Angeklagte 2300 Euro für das Kilo Drogen.

Richter Klaus Döll folgte am Ende weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre und neun Monate gefordert hatte, und verurteilte den Angeklagten zu dreieinhalb Jahren.

Er verwies darauf, dass es für den albanischen Staatsbürger, der bereits 1991 nach Deutschland gekommen war, nach diesem Urteil nun um die Frage der Abschiebung gehen wird. (pas)

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