Familienbildungsstätte Sternschnuppe vermittelt Betreuung – Bedarf ist größer als das Angebot

Kinder brauchen Tagesmütter

Regelmäßige Hausbesuche: Tageselternbörse-Leiterin Roselind Winkler (links) freut sich gemeinsam mit Tagesmutter Gabriele Friedrich, dass sich die Tageskinder Lotta, Noah und Leonore sichtlich wohlfühlen. Foto: Sommerlade

Vellmar. Lotta will kuscheln, Leonore spielen und Noah seine Ruhe. Kein Problem für Gabriele Friedrich. Die 47-Jährige weiß auch ohne viele Worte, was ihre Schützlinge im Alter zwischen einem und drei Jahren wünschen. Geduldig geht sie auf die Bedürfnisse ein: Mit Lotta auf dem Schoß spielt sie gemeinsam mit Leonore am großen Puppenhaus und achtet gleichzeitig auf den interessiert im Bilderbuch blätternden Noah. Zum Dank erntet sie einen Blick aus strahlenden Kinderaugen.

Familiäre Atmosphäre

Seit acht Jahren bietet die Frau aus Vellmar Kindern als Tagesmutter eine liebevolle und familiäre Atmosphäre in ihrem kindgerecht eingerichteten Heim. „Ich bin Tagesmutter mit Leib und Seele“, sagt Gabriele Friedrich. Die Entscheidung, sich zur Tagesmutter ausbilden zu lassen, hat die ehemalige Beschäftigte einer Baumschule nie bereut. „Das war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt sie. „Die Beschäftigung mit den Kleinen ist sehr bereichernd für mich. Wenn die Kinder mich anlächeln, ist mein Tag gerettet.“

Als sie 2004 den Entschluss fasste, an einer Qualifikation zur Tagesmutter teilzunehmen, wandte sie sich an die Tageselternbörse der Vellmarer Sternschnuppe. Die Tageselternbörse der Familienbildungsstätte bietet regelmäßig Qualifikationsmaßnahmen zur Kindertagespflege an.

„Wir möchten, dass die Kinder während der Abwesenheit der Eltern in guten Händen sind. Das gibt allen Beteiligten ein gutes Gefühl. Daher vermitteln wir ausschließlich qualifizierte Tageseltern mit Pflegeerlaubnis“, sagt Roselind Winkler. Als Leiterin der Tageselternbörse kennt Winkler   die   25 Tagesmütter   und -väter persönlich, die derzeit in den Landkreisgemeinden Ahnatal, Espenau, Fuldatal und Vellmar tätig sind. Denn neben den regelmäßigen Hausbesuchen begleitet Winkler die Tageseltern fachlich in allen Fragen rund um die Kindertagespflege und organisiert regelmäßig stattfindende Austauschabende.

„Im Landkreis sind wir relativ gut aufgestellt. Über neue Tageseltern freuen wir uns dennoch sehr, denn der Bedarf ist riesig und wächst stetig.“ Vor allem in Fuldatal mangele es an Kindertagespflegestätten. „Es wäre schön, wenn sich auch dort möglichst viele kinderliebe Menschen finden, die sich zur Tagesmutter ausbilden lassen möchten“, so Winkler.

Neben der Bereitschaft, berufstätigen Eltern ein zuverlässiges Betreuungsangebot zu bieten, sollten Interessierte zudem Interesse an pädagogischen Themen mitbringen und offen für die Zusammenarbeit mit Eltern und Fachkräften sein.

So wie Gabriele Friedrich. „Es macht sehr viel Freude, Tagesmutter zu sein. Auch wenn man dabei nicht unbedingt reich wird“, betont sie. Die Entscheidung sei aber nicht aus wirtschaftlichen Aspekten erfolgt. „Sie kam aus reinstem Herzen.“

Von Martina Sommerlade

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