Fremde Religionen kennenlernen: Kinder zu Gast beim Imam

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Im Gebetsraum: Grundschüler der Klasse 4 haben erlebt wie sich das Gebet bei den Muslimen anhört. Zuvor haben sich die Kinder im Unterricht und beim Gespräch mit muslimischen Klassenkameraden auf das Gespräch mit dem Imam vorbereitet.

Baunatal. Gibt es in der Moschee Konfirmationsunterricht? Nein, dafür gibt es bei uns den Koranunterricht, sagt Imam (Vorbeter) Bakan Dursun auf türkisch. Die Viertklässler der Grundschule am Stadtpark lauschen erwartungsvoll den Übersetzungen Pehlül Kaharans auf ihre Fragen.

Kaharan arbeitet im Ausländerbeirat der Stadt Baunatal, er vermittelt und übersetzt beim Besuch der Viertklässler im Gebetsraum der islamischen Glaubensgemeinde Baunatal, weil der Imam selbst noch zum Unterricht geht - zum Deutschunterricht. Die Kinder lernen über fünf Wochen im Religionsunterricht „im Fremden das Eigene zu erkennen“, erklärt Lehrer Dirk Muth. Muth ist Pfarrer in der Kirchengemeinde Altenbauna. Imam, Pfarrer und Beirat Kaharan spielen sich die Fragen der Kinder zu und beantworten sie gemeinsam.

Beten Frauen und Männer gemeinsam?

Nein. Die Frauen haben einen eigenen Gebetsraum, damit sich alle auf das Gebet konzentrieren können.

Warum tragen Frauen Kopftücher?

Weil die Haare der Frau nicht gezeigt werden dürfen. In manchen Bundesländern (zum Beispiel Bayern) trugen die Frauen früher auch eine Kopfbedeckung bevor sie die Kirche betraten.

Was zeigt die Digitaluhr an der Wand?

Sie zeigt die Gebetszeiten, die sich im Laufe des Tages und der Jahreszeiten verändern.

Welcher Wochentag ist bei den verschiedenen Religionen für das Gebet bestimmt?

Im Islam ist es der Freitag, im Judentum der Samstag (Sabbat) und im Christentum der Sonntag.

Was bedeutet der Gesang des Muezzin?

Er ruf die Gläubigen zum Gebet, ähnlich wie das Läuten der Kirchenglocken.

Können wir das Gebetszimmer der Frauen sehen?

Ja, allerdings sieht es genauso aus wie das der Männer, nur der Teppich ist grün anstatt rot.

Gemeinsam lachend und mit einer Einladung in das Gotteshaus auf der Straßenseite gegenüber verabschieden sich alle. Ein Junge kommt bald wieder, zum Koranunterricht. Er feiert zwar keine Kommunion, aber ein Festessen und eine Urkunde erwarten ihn am Ende seines Unterrichts.

Von Diana Surina

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