Modellprojekt: Stadtteilzentrum Baunsberg befragte junge Menschen zu ihrem Freizeitverhalten

Kinder lieben Handy und Fußball

Stadtteilorientiertes Arbeiten: Manuela Döring (links) und ihre Kollegin Daniela Becker berichteten während eines Elternabends über die Ergebnisse der Umfrage zum Freizeitverhalten der Kinder. Foto: T. Hartung

Baunatal. Es ist nicht einfach, den Freizeitbedarf für junge und alte Menschen in einem Stadtteil gleichermaßen zu decken. Oft kommen die Kinder dabei zu kurz, weil es nicht genügend Angebote für sie gibt. Um im Stadtteilzentrum Baunsberg stadtteilorientiert arbeiten zu können, halten die Verantwortlichen dort stets Augen und Ohren offen, um neue Entwicklungen im Wohngebiet zu erkennen und danach handeln zu können.

Um einen Eindruck vom Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen zu bekommen, machte das Stadtteilzentrum kürzlich in einem Modellprojekt in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Schule eine Umfrage in den dritten Klassen der Schule. „Nur so können wir sehen, ob unsere Angebote noch passen“, sagt Manuela Döring, Sozialpädagogin im Stadtteilzentrum.

Sie lobt vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Schule und die Unterstützung der Lehrer bei den Fragebögen. Befragt wurden 69 Kinder und 45 Eltern. Die Auswertungen, die kürzlich bei einem Elternabend vorgestellt wurden, zeigen, dass die Mediennutzung wie Fernsehen und Internet (insbesondere Youtube) einen hohen Stellenwert für die Jugendlichen einnimmt.

Natürlich ist auch die Nutzung des Smartphones ganz vorne mit dabei. Dennoch verbringen die Kinder ihre Freizeit nicht nur mit Elektronikgeräten sondern gaben auch an, besonders gerne im Freien zu spielen. Vor allem Fußball und gemeinsamer Sport ist den jungen Baunatalern sehr wichtig. Dabei sind die Kinder stark auf die Nähe der Wohnhäuser konzentriert. Es stellte sich heraus, dass der Baunsbergpark zum Bolzen zu weit entfernt ist.

Bei der Auswertung der Fragebögen wurde auch deutlich, dass sich die Kinder auf dem Baunsberg nur schwer orientieren können. Aus Angst, sich auf den Nebenstraßen mit dem Fahrrad zu verfahren, nutzen die meisten nur die Hauptstraße. Diese sei wiederrum sehr gefährlich, gaben die Befragten an.

Durch die Umfrage haben Manuela Döring und ihre Kollegin Daniela Becker eine andere Sichtweise auf das Freizeitverhalten der Jugendlichen bekommen. „Im Fernsehen und bei Youtube suchen sich die jungen Leute Vorbilder und Identifikationsfiguren, die taff, offen und selbstbewusst sind“, weiß Daniela Becker. Durch die Medien geprägt hätten viele Kinder den Wunsch, mehr zu können. Dabei spiele Action, Kampf, Zauberei eine zentrale Rolle, erklärt die Sozialpädagogin. „Während Erwachsene zur Entspannung spazieren gehen, zocken die Jüngsten, um den Kopf frei zu kriegen“, führt sie weiter aus.

Die Umfrage hilft Manuela Döring und Daniela Becker dabei, bestimmte Dinge, die die Kinder machen, aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und dementsprechend damit umzugehen.

Dennoch sei es noch ein langer Weg, um das Angebot zu ändern. „Der Anfang ist gemacht - nun können wir mit den ersten Eindrücken weiterarbeiten“, sagt Manuela Döring.

Von Tina Hartung

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