Förderverein bietet Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Wellerode an – Mütter gaben den Anstoß

Kinder sind in guten Händen

Mit vereinten Kräften: Berufstätige Mütter erarbeiteten ein Konzept für die Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder. Nun konnte das Projekt an der Grundschule Wellerode begonnen werden. Foto: Dilling

Söhrewald. Wenn beide Elternteile arbeiten gehen möchten, sind sie darauf angewiesen, dass die Kinder außerhalb der Unterrichtszeit in der Schule betreut werden. Wo es ein solches Angebot nicht gibt, müssen Oma, Opa oder Freunde einspringen. Oder man kann nur einen Teilzeitjob annehmen.

So erging es lange Zeit Cindy Jakobshagen aus Söhrewald: Um 12 Uhr musste sie ihre Arbeit in Kassel beenden, um rechtzeitig ihr Kind von der Grundschule Wellerode abholen zu können. Und Jakobshagen hatte viele Leidensgenossinnen. Die Eltern von Christian Wetzel beispielsweise kamen extra aus Kassel zur Betreuung der Enkel angereist, damit die junge Frau arbeiten gehen konnte.

Der Stress hat ein Ende

Seit gut einem Monat hat der Stress für die Mütter der Grundschule ein Ende: Der Förderverein hat mit Unterstützung der Gemeinde Söhrewald im Januar erfolgreich ein – zunächst auf drei Jahre angelegtes – Nachmittagsbetreuungsangebot gestartet.

Die gelernte Erzieherin Ruth Endlich kümmert sich um Schüler, deren Eltern beide arbeiten. Die Zahl der Kinder, die nachmittags in der Schule Hausaufgaben machen, ist schon von fünf auf zehn gestiegen. Weitere Schüler sind willkommen.

„Das Betreuungsangebot ist eine enorme Aufwertung für die Gemeinde“, sagt Bettina Harz vom Förderverein. Denn immer mehr junge Familien zögen aufs Land – aber nur, wenn dort die Betreuung ihres Nachwuchses gesichert sei. Das wisse man aus vielen Anfragen von Eltern, die ihr Kind in Wellerode zur Schule schicken wollen. Die Nachmittagsbetreuung mit einem frisch gekochten Mittagessen durch ein Söhrewalder Catering-Unternehmen ist eine Erfolgsgeschichte, die der Beharrlichkeit von Söhrewalder Müttern im Förderverein und der Findigkeit der Gemeindeverwaltung zu verdanken ist. Die berufstätigen Frauen hatten es satt, die Betreuung stets von neuem privat zu organisieren. Vor gut einem Jahr erarbeiteten sie ein Konzept für die Schule.

Die Gemeindevertretung hatte schon grünes Licht für einen Zuschuss und eine Laufzeit von einem Jahr gegeben. Da fand Bürgermeister Michael Steisel (SPD) heraus, dass es eine Fördermöglichkeit aus Töpfen der Europäischen Union (EU) gab. Jetzt braucht die ohnehin klamme Gemeindekasse nicht mit Personalkosten belastet zu werden.

Dennoch ist der Förderverein auf Spenden angewiesen. Denn er möchte eine zweite Betreuungskraft einstellen. Und in der Küche fehlt noch einiges an Ausstattung, auch Bastelmaterial wird benötigt. Außerdem soll das Projekt über die bisher abgesicherten drei Jahre hinaus Bestand haben.

Die Theatergruppe Eiterhagen-Wattenbach ist als Sponsor mit gutem Beispiel voran gegangen. Die Mütter hoffen, dass sich auch weitere Söhrewalder Vereine engagieren werden. Sie könnten zum Beispiel Freizeitangebote für die Kinder machen. (pdi) Info und Kontakt: Verein zur Förderung der Kinder in der Grundschule Söhrewald, Schulstraße 6, Wellerode, foerderverein.grundschule@web.de, www.grundschule-soehrewald.de HINTERGRUND

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